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Pollen- und Sporensammlung sowie Datenbanken

Pollen- und Sporensammlung

Seitdem beim GD NRW palynologische Untersuchungen durchgeführt werden, wurden ca. 110 000 Proben aufbereitet und bearbeitet. Von den wichtigsten Proben existiert noch das Sedimentmaterial, von allen liegen die Aufbereitungsrückstände und die Präparate vor. Diese Sammlung ist in Bezug auf Umfang und Vollständigkeit einmalig in Deutschland. Schwerpunkt sind natürlich Proben aus Nordrhein-Westfalen. Im Zusammenhang mit Auftragsarbeiten wurden aber auch eine große Anzahl von Proben aus dem Ausland (z. B. Australien, Pakistan, Russland, USA) eingereicht. Zu Vergleichszwecken liegt außerdem viel Material von Stratotypen oder bedeutenden Profilen vor. Die palynologische Sammlung ist für die Öffentlichkeit nur begrenzt zugänglich.

Die großen Datenmengen, die bei quantitativen palynologischen Untersuchungen vor allem im Quartär und Tertiär anfallen, können nur durch den konsequenten Einsatz von EDV gewonnen und verarbeitet werden. Im Laufe des letzten Jahres wurde vor allem auf Rationalisierungen bei der Bestimmung und der Pollenzählung Wert gelegt. Außerdem ermöglicht eine Pollenproben-Datenbank einen vereinfachten Zugang zu den Ergebnissen palynologischer Datierungen.

Pollendatenbank

Der erste Schritt bei der palynostratigrafischen Bearbeitung einer Probe ist das Bestimmen aller vorkommenden Pollen. Zwar hat man nach einigen Jahren Erfahrung die wichtigsten Pollentypen geistig stets gegenwärtig, doch ist man immer wieder darauf angewiesen, in der Literatur mühsam nach Pollendarstellungen und -beschreibungen zu suchen, die mit dem Exemplar, das unter dem Mikroskop zu sehen ist, übereinstimmen. Um solch umständliches Wühlen in der Literatur zu umgehen, wird vom GD NRW sukzessive eine Pollendatenbank aufgebaut, in der diagnostisch relevante Beschreibungen und Abbildungen integriert sind. Die Datenbank lässt sich nach morphologischen Gesichtspunkten gliedern, so dass man sich durch so definierte Ebenen hangeln kann. Um auch diesen Zeitaufwand möglichst klein zu halten, wird derzeit ein automatisierter Bestimmungsschlüssel erstellt.

Eines der größten Probleme beim Studium fossiler Pollenvergesellschaftungen insbesondere des Quartärs ist der hohe Zeitaufwand der Pollenzählung. Um einigermaßen statistisch gesicherte Aussagen zu erzielen, müssen pro Probe zwischen 200 und 1000 Pollen gezählt und anschließend statistisch ausgewertet werden. Solche Arbeiten erzwingen den Einsatz von Computern. Während zur statistischen Auswertung eine Reihe kommerzieller oder freeware-Programme zur Verfügung stehen, ist jedes Pollenlabor bei der numerischen Erfassung der Pollen weitgehend auf eigene Kreativität angewiesen. Vom GD NRW wurde daher ein Verfahren zur halbautomatisierten Erfassung und Verarbeitung entwickelt. Dabei ist das Programm MS-EXCEL der Zentralteil. In EXCEL-Formularblättern werden die Pollentypen erfasst, wobei die Registrierung durch selbst geschriebene Makros geschieht. Zum Einsatz kommt ferner ein Spracherkennungsprogramm, so dass die Abläufe in EXCEL sprachgesteuert werden. Der mikroskopierende Palynologe braucht nicht mehr vom Mikroskop aufzuschauen, um Daten per Hand einzugeben, sondern kann sich auf das mikroskopische Bild konzentrieren. Der hierdurch erzielte Rationalisierungseffekt ist enorm. Sind aus einer Probe genügend Pollen gezählt, werden durch Aufruf weiterer EXCEL-Module primärstatistische Programmteile in Gang gesetzt, die die prozentualen Anteile eines jeden Pollens sowie die Gesamt-Pollensumme errechnen und schließlich auch die Probe im WISCONSIN- sowie im WK1-Format speichern. Letzteres dient dem Transfer in TILIA, das weltweit genutzte Programm zur Erstellung von Pollendiagrammen.

Voraussetzung für die stratigrafische Einstufung einer Probe oder eines Profils ist die Bestimmung und quantitative Erfassung der Pollen. Die Altersdatierungen sollen dann für alle Mitarbeiter des GD NRW in besonderen Fällen aber auch für Fachkollegen etwa der Universitäten zugänglich sein. Dazu wurde eine ACCESS-Datenbank zur Erfassung quartärpalynologischer Daten erarbeitet. Ihre Struktur fußt auf derjenigen der European Pollen Database. Somit hat jeder Mitarbeiter des GD NRW über das GD-Netz raschen Zugang zu den palynologischen Datierungen bearbeiteter Bohrungen und Aufschlüsse. Darüber hinaus lassen sich palynologische Daten mit Fachkollegen austauschen.

 

 

Wenden Sie sich an:

 

Lindenpollen

Kieferpollen

Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen – Landesbetrieb –
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