Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibungen NRW
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Halle
Die Stadt Halle liegt am Nordostrand des Münsterlandes.
Geologische Karte von NRW 1 : 500 000 (Ausschnitt aus dem Informationssystem) Legende zur Geologie
 
 
 
Gemeinde
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Naturräumliche Zuordnung:  Münsterland
   
Geologie
Das Münsterländer Becken hat ungefähr die Gestalt einer Schüssel. Hier am Nordostrand des Beckens sind die Gesteine des oberflächennahen Untergrunds steil aufgerichtet. Sie bestehen aus Tonmergel-, Kalkmergel-, Kalk- und Mergelsteinen, aber auch aus Sandsteinen und Sandmergeln des Erdmittelalters (Unter- und Oberkreide). Diese liegen über einem Sockel aus gefalteten Gesteinen des Erdaltertums (Devon, Karbon). Im Übergangsbereich zum Münsterland werden die Kreide-Schichten zunehmend von einer geringmächtigen, meist sandigen Lockergesteinsschicht aus dem Eiszeitalter (Quartär) überdeckt, die aus Flusssedimenten der Ems und aus eiszeitlichen Ablagerungen wie Grundmoräne oder Schmelzwassersanden besteht.
 
 
Geologie
  Geologie  
Grundwasser
Die Lockergesteine des Quartärs und der oberflächennahe Auflockerungsbereich der Festgesteine sowie die Kalksteine und Sandsteine in den Gebirgszügen der Umrandung führen reichlich Grundwasser. Das Grundwasser des tieferen Untergrundes im Bereich des Münsterländer Beckens ist versalzt.
 
 
Grundwasser
  Grundwasser  
Lagerstätten
Die Gesteine der Kreide, der Sand, z. T. auch Kies des Quartärs, werden als Schüttgut, letztere auch als Baumaterial und zur Kalksandsteinherstellung genutzt. Die Kalksteine der Kreide bilden darüber hinaus eine wichtige Grundlage für die Gewinnung von Baukalk und Straßenbaumaterial. Sandige Kalksteine dienten ehemals als Werksteine. Natürliche Sole wird balneologisch genutzt (z. B. Bad Laer, Bad Rothenfelde, Solbad Ravensberg und Halle selbst).
 
 
Lagerstätten
  Lagerstätten  
Böden
Das Stadtgebiet lässt sich morphologisch in drei Abschnitte gliedern. Die Böden der Rinnen, Täler und Niederungen im Südwesten sind bis dicht an die Oberfläche mit Grundwasser erfüllt. Diese Gleye sind natürliche Grünlandstandorte. Aus den Niederungen erheben sich Kuppen und Rücken aus Flugsand und Schmelzwassersand, Sedimente des Quartärs. Diese Sande sind zu nährstoffarmen, sauren Heideböden (Podsolen), zum Teil mit Ortstein im Unterboden, verwittert. Am Südwesthang des Osnings, zum Beispiel bei Künsebeck, nehmen sie große Flächen ein. Als Folge historischer Landbautechniken und langjähriger Ackernutzung sind diese Böden zum Teil tiefreichend humos, vereinzelt mit Plaggenauftrag (Plaggenesch). Südwestlich des Osninghauptkammes liegen einige isolierte Kuppen, zum Beispiel die Hesseler Berge. Hier sind aus Kalk- und Mergelsteinen der Oberkreide flachgründige, tonig-lehmige Böden (Rendzinen) entstanden. Diese basenreichen Böden sind typische Edellaubholzstandorte. Der Osninghauptkamm, der im Stadtgebiet zum Beispiel durch die Große Egge vertreten wird, besteht aus Sandsteinen der Unterkreide. Auf ihm haben sich mächtige, saure, steinige Heideböden (Podsole) gebildet.
 
 
Boden
  Böden  
Baugrund
Bauwerksgründungen sind in den sehr dichtgelagerten sandigen oder teilweise verfestigten Kalk- und Mergelsteinen der Oberkreide besonders vorteilhaft. Es können beliebige Gründungsarten gewählt werden. Die örtlich erhaltene Grundmoräne und der Verwitterungslehm der Oberkreide-Schichten können als mäßig bis gut tragfähiger Baugrund beurteilt werden, wobei fachgerechte Erdarbeiten in diesen bindigen Schichten wichtig sind. Dies trifft auch für die nur gering bis mäßig tragfähigen Auenlehme und Auensande zu. Flugsande, Dünensande und die fluviatilen Sande und Kiessande sind nach Verdichtung gut bis sehr gut tragfähig. Die Bemessung der Fundamente und die zulässigen Bodenpressungen können entsprechend den Vorgaben und Bedingungen der DIN 1054 "zulässige Belastung des Baugrunds" ermittelt werden. Einflüsse des örtlich zeitweise hochstehenden Grundwassers auf Bauwerke sind zu berücksichtigen. Örtlich vorkommende humos-torfige Schichten unterliegen bei Auflast starken Verformungen, so dass beabsichtigte Bauwerksgründungen unterhalb solcher Schichten erfolgen sollten. Verwitterungstone der Oberkreide-Schichten können bei Austrocknung schrumpfen, so dass dadurch Schäden an darüber stehenden Bauwerken eintreten können.
 
 
Baugrund
  Baugrund  
Geowissenschaftliche Karten zum Raum Halle
Geologische Karte 1:25.000 Blatt 3916 Halle
Geologische Karte 1:100.000 Blatt 3914 Bielefeld
Bodenkundliche Karte 1:50.000 Blatt 3914 Bad Iburg
Bodenkundliche Karte 1:50.000 Blatt 3916 Bielefeld
Diese Karten können Sie unmittelbar über den Geoshop des Geologischen Dienstes beziehen.
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