Geologischer Dienst
Nordrhein-Westfalen
– Landesbetrieb –

Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibungen NRW

Legenden der Kartendienste (WMS): GÜK 500 HÜK 500

Heiligenhaus

Naturraum

Die Stadt Heiligenhaus liegt im nördlichen Bergischen Land.
Naturraumbeschreibung: Nördliches Bergisches Land

Geologie

Der Untergrund wird im wesentlichen von gefalteten und z. T. geschieferten Festgesteinen (vorwiegend Ton-, Schluff-, Sand- und Kalksteinen) aufgebaut. Die mächtige Schichtenfolge ist im Erdaltertum, im Devon und Karbon, abgelagert und anschließend als Teil des Variscischen Gebirges gefaltet worden. Von dem Faltengebirge hat spätere Abtragung nur einen Gebirgsrumpf mit flachwelliger Oberfläche übriggelassen. Auf dem Gebirgsrumpf lagern stellenweise Reste von sandigen Meeresablagerungen der Tertiär-Zeit sowie von kiesig-blockigen Flussablagerungen der Tertiär- bis frühen Quartär-Zeit. Zuoberst trifft man weithin Löss an, eine Ablagerung eiszeitlicher Staubstürme.

Grundwasser

Bedeutsame Grundwasserleiter sind die z. T. dolomitisierten, verkarsteten Kalksteine. Bei Karstgrundwasser ist die Verschmutzungsgefahr meist groß.

Lagerstätten

Der Bergbau auf Bleiglanz im Nordwesten des Stadtgebiets (Grube Thalburg) ist im Jahr 1901 eingestellt worden. Der bis 1945 bedeutende Kalksteinabbau liegt ebenfalls still.

Böden

In weiten Bereichen bedeckt der eiszeitlich angewehte Löss die unterlagernden Festgesteine. Als Bodentypen entwickelten sich in diesen Lagen fruchtbare Parabraunerden und Braunerden, die meist ackerbaulich genutzt werden. In örtlich kuppigen und hängigen Erosionslagen ist der Löss stark abgetragen. Dort überwiegen steinig-lehmige Braunerden, die nach ihrer unterschiedlichen Ertragsfähigkeit land- oder forstwirtschaftlich genutzt sind. Örtliche Vorkommen der Pseudogleye (Staunässeböden) sind in der Regel an undurchlässige fossile Bodenrelikte (Graulehme) gebunden. In den Tälern sind unter dem Einfluss des Grundwassers und gelegentlich noch andauernder periodischer Überflutungen Gleye und Auenböden entstanden, die Grünlandstandorte darstellen.

Baugrund

Gründungen von Bauwerken sind in dem von zahlreichen Trennflächen durchzogenen, sehr gut tragfähigen Fels aus Sandstein, Tonstein, Schluffstein und Kalkstein besonders vorteilhaft. In Kalksteinbereichen sind eventuell vorhandene Auslaugungshohlräume zu erkunden und ggf. mit Beton oder sonstigem Baugrundersatz zu verfüllen. Im überlagernden Löss-, Verwitterungs- und Hanglehm können Gründungen entsprechend den Bedingungen und Vorgaben der DIN 1054 "Zulässige Belastung des Baugrunds" vorgenommen werden; in Hanglagen können teilweiser Baugrundersatz und Pfeilergründung bis in den Fels nötig sein. In den Talbereichen kann im Auenlehm mit geringer bis mäßiger, im unterlagernden Kies mit größerer Belastung gegründet werden. Hochstehendes Grundwasser ist zu berücksichtigen.

Ob im Gemeindegebiet ein vom Untergrund ausgehendes Gefährdungspotential bekannt ist, erfahren Sie auf dem Internetportal „Gefährdungspotenziale des Untergrundes in Nordrhein-Westfalen“ (GDU).
Hinweise zum geothermischen Potenzial des Untergrundes im Gemeindegebiet erhalten Sie auf dem Internetportal „Geothermie in NRW“.

Geowissenschaftliche Karten zum Raum Heiligenhaus

Geologische Karte 1:25.000 Blatt 4607 Heiligenhaus
Geologische Karte 1:100.000 Blatt 4706 Düsseldorf-Essen
Bodenkundliche Karte 1:50.000 Blatt 4706 Düsseldorf
Kostenfreie und kostenpflichtige Karten & Daten

Hinweis

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen und Daten übernimmt der GD NRW keine Gewähr.
Die Text- und Karteninformationen sind stark generalisiert. Sie ersetzen weder geowissenschaftliche Untersuchungen vor Ort noch fachliche Beratung, Stellungnahmen oder Begutachtungen. Sie basieren zum großen Teil auf einer Bearbeitung aus dem Jahr 2005. Seit 2016, mit Neuauflage der Anwendung, werden die Texte aktualisiert und fehlende Gemeindebeschreibungen ergänzt.

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