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Geophysikalische Verfahren also physikalische Methoden zur Erkundung der Erde werden vorwiegend in folgenden drei Bereichen eingesetzt:
Zur Überwachung und Registrierung der Erdbebentätigkeit in der Niederrheinischen Bucht – eine der seismisch aktivsten Gegenden Deutschlands – betreibt der GD NRW einen Erdbebendienst mit 13 Messstationen. Die Messergebnisse liefern wichtige Angaben zur erdbebensicheren Auslegung von Bauwerken.
Geophysikalische Erkundungen erschließen Gesteinseigenschaften und Strukturen des Untergrunds durch die Anwendung physikalischer Messtechniken und Modellierungen der Messwerte. Der GD NRW bietet Untersuchungen aus den Bereichen Bohrlochgeophysik und Geoelektrik an. Die Messergebnisse dienen zur Klärung geologischer, hydrogeologischer und hydrologischer Fragestellungen.
Der GD NRW berät die Öffentlichkeit, die Wirtschaft und die Verwaltung in allen Fragen, bei denen geophysikalische Aspekte eine Rolle spielen. Das sind häufig Fragestellungen der
Mit geophysikalischen Bohrlochmessungen werden die Eigenschaften der durch Bohrungen aufgeschlossenen Gesteine ermittelt, Schichtgrenzen und -mächtigkeiten bestimmt und der Ausbau bestehender Grundwasser-Messstellen untersucht. Zur Ermittlung der Messwerte werden spezielle Bohrlochsonden mit einer Winde über die gesamte Bohrstrecke gefahren. Die Daten werden über das Messkabel an eine übertägige Steuereinheit übertragen und zur weiteren Verarbeitung gespeichert. Durch die Verwendung verschiedener Messverfahren werden Datenreihen unterschiedlicher Parameter (sog. „Logs“) ermittelt und gemeinsam interpretiert.
Der GD NRW verfügt über eine Apparatur zur Vermessung von bis zu 850 m tiefen Bohrungen, die in einem geländegängigen Messwagen installiert ist. Das Messprogramm des GD NRW besteht aus der Anwendung folgender Untersuchungsverfahren:
Mit Messverfahren der Geoelektrik werden spezifische elektrische Widerstände des Untergrunds ermittelt. Variierte Anordnungen von jeweils zwei Strom- und Spannungselektroden an der Oberfläche lassen auf die elektrischen Eigenschaften in unterschiedlichen Gebieten und Tiefen und damit auf Gesteinsarten und deren Vorkommen schließen. Diese Untersuchungen sind zerstörungsfrei Bohrungen oder Aufgrabungen sind nicht nötig.
Der GD NRW führt geoelektrische Messungen in Form von Tiefensondierungen (auch „Electrical Drilling“ genannt) durch. Mit der zur Verfügung stehenden Messapparatur werden Tiefenprofile des spezifischen elektrischen Widerstands mit Erkundungstiefen bis zu etwa 300 m ermittelt.
Der GD NRW betreibt in der Niederrheinischen Bucht und den angrenzenden Gebieten des Rheinischen Schiefergebirges ein Erdbebenbeobachtungsnetz von derzeit 13 Stationen. 11 Stationen liegen im Südwesten von NRW; 2 weitere Stationen kamen 2006 im Norden von Rheinland-Pfalz dazu. Die Messstationen sind sehr empfindlich, sie registrieren noch Erdbewegungen weit unterhalb der Fühlbarkeitsschwelle des Menschen.
Aus den Aufzeichnungen der Stationen können die Hypozentren und die Stärken von Erdbeben genau berechnet werden. Seit 1980 sind im Bereich des Stationsnetzes mehr als 1200 Erdbeben aufgetreten. Die meisten davon waren sehr schwach und wurden von der Bevölkerung nicht wahrgenommen. In einigen Fällen wurden die Erschütterungen jedoch deutlich gespürt, und es kam auch vereinzelt zu leichten Gebäudeschäden. Insbesondere das Erdbeben bei Roermond am 13. April 1992 mit der Stärke 5,9 auf der Richterskala ist vielen noch deutlich in Erinnerung. Es war das stärkste Beben in Mitteleuropa seit mehr als 250 Jahren.
Die Erdbebenregistrierung dient dazu, Gebiete mit höherer seismischer Gefährdung zu identifizieren, denn stärkere Erdbeben sind insbesondere dort zu erwarten, wo auch schwache Beben – die sehr viel häufiger sind – auftreten. Außerdem werden die seismischen Aufzeichnungen bei Computersimulationen zur Auslegung von Gebäuden und Anlagen gegen Erdbebeneinwirkungen verwendet.
Erdbebengefährdungsuntersuchungen mehr Infos
Sonderveröffentlichung: Erdbeben in Nordrhein-Westfalen
Paläoseismologie in der Niederrheinischen Bucht
Projekt Paläoseismologie Spurensuche nach Erdbeben der Erdgeschichte

Faltblatt Landeserdbebendienst in Nordhrein-Westfalen als PDF-Download
... und zu bestellen über den Geoshop

Was tun bei Erdbeben? PDF-Download
Das Erdbeben bei Roermond 13. April 1992
Das Erdbeben bei Alsdorf 22. Juli 2002
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