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Schauhöhlen in Nordrhein-Westfalen

Sie ist kalt, dunkel und geheimnisvoll: Die Welt der Höhlen faszinierte die Menschen schon von jeher, weil sie erstaunt, die Phantasie anregt und den Entdeckergeist beflügelt. Angefangen von Schutzmöglichkeiten vor der Witterung über Verstecke für Verbrecher, Lagerraum für Lebensmittel bis zur Züchtung von Pilzen oder als Erkundungsorte – Höhlen wurden schon von Steinzeitmenschen genutzt und noch heute erfreut die Schönheit der Felsformationen und die Vielfalt bizarrer Tropfsteingebilde nicht nur die Geologen.

 

Über tausend Höhlen in NRW

NRW ist höhlenreich. Über tausend Höhlen entstanden hier im Laufe vieler Erdjahrhunderte, indem Sicker- und Regenwasser das Kalkgestein im Untergrund nach und nach auflösten und sich die Spalten dadurch immer weiter vergrößerten. Dieser Prozess dauert extrem lange: Nur wenige Zentimeter Kalkstein werden auf diese Weise innerhalb von tausend Jahren abgetragen. Bis die Spalten zu begehbaren Höhlen werden, vergehen Millionen von Jahren. Unvorstellbare Zeitdimensionen, die sich beim Besuch einer der neun Schauhöhlen in Nordrhein-Westfalen (s. Karte) imposant darstellen.

 

Schauhöhlen in NRW Dechenhöhle Heinrichshöhle Wiehler Tropfsteinhöhle Aggertalhöhle Attendorner Tropfsteinhöhle Kluterthöhle Balver Höhle Reckenhöhle Bilsteinhöhle
Klicken Sie die einzelnen Höhlen an, um weitere Informationen zu erhalten.

Höhle ist nicht gleich Höhle. Die Wissenschaftler unterscheiden zwischen Eis-, Meeres-, Lava- oder Tropfsteinhöhlen. Letztere sind optisch ein Highlight der eigentümlichen Unterwelt. Denn hier finden sich lange Zapfen, die von der Decke wachsen, und Kalksockel, die sich vom Boden emporheben. Diese Stalaktiten und Stalagmiten entstehen erst, wenn sich die Höhle mit Luft anfüllt und der Wasserspiegel absinkt: Sickerwasser, mit Kalziumkarbonat gesättigt, tritt dann an der Decke aus zahlreichen Ritzen im Gestein aus. Beim Heruntertropfen gibt das Wasser Kohlenstoffdioxid an die Luft ab, das den Ausfall des Karbonats bewirkt: Von dem gelösten Kalziumkarbonat bleibt festes Karbonat an der Höhlendecke zurück. Es sammelt sich zapfenförmig an. Auch die Stalagmiten entstehen auf ähnliche Weise, nur dass sie vom Boden hinaufwachsen. Bis man diese unterirdischen, bizarr anmutenden Märchenwelten betreten kann, vergehen aber weitere Tausende Jahre.

 

Farbloses Leben unter der Erde

Höhlen gehören zu den seltenen Lebensräumen, die nicht direkt vom Sonnenlicht beeinflusst werden. Trotz dieser lebensfeindlichen Bedingungen findet sich in den Höhlen eine durchaus erstaunliche Artenvielfalt. Angepasst an die widrigen Umstände – Dunkelheit, konstant niedrige Temperaturen (ca. 6 – 10 °C) und ein begrenztes Nahrungsangebot – nutzen Insekten, Spinnentiere oder Fledermäuse die Höhlen als Schlaf- und Fluchtplatz. Einige Tiere, wie zum Beispiel die Höhlenkrebse, verbringen sogar ihr ganzes Leben im unterirdischem Dunkeln. Im Laufe der Jahrhunderte verloren sie ihr Augenlicht und ihre Hautfarbe, denn das brauchen sie dort nicht. Auch viele Farne und Moose wachsen in den Höhlen. Ihre Energie zum Leben gewinnen sie allein von den elektrischen Lichtinstallationen der Schauhöhlen.

 

Herausforderung für die Wissenschaft

Erst seit wenigen Jahrzehnten begreifen wir, welchen Wert Höhlen über den Erlebnisfaktor hinaus haben. Sie sind vor allem auch eine wertvolle Quelle der historischen und geologischen Vergangenheit. Paläontologen finden hier Fossilien von Meerestieren, Mammutknochen und anderen bereits ausgestorbenen Tierarten. Höhlenartefakte wie Malereien, primitive Werkzeuge oder Kleidung zeugen vom Leben unserer Vorfahren. Geologische Betrachtungen der Höhlen bringen weiteres Licht in die Beschaffenheit des Gesteinsuntergrundes. Einerseits spielen Informationen über eventuelle Hohlräume im Untergrund bei Bauvorhaben eine wirtschaftlich brisante Rolle, andererseits ermöglicht die interdisziplinäre Untersuchung der Höhlen, diese wertvollen Zeugen der Erdgeschichte für die nächsten Generationen zu bewahren.

 

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Wenden Sie sich an:

  • Dipl.-Geogr. Baumgarten
  • Fon: +49 (0) 2151 897-336
  • Fax: +49 (0) 2151 897-505
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Kluterthöhle Königsee

Kluterthöhle "Königsee"
(Foto: Kluterthöhle & Freizeit GmbH & Co. KG)

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