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Oberdevon der Paffrather Mulde

Die Bergisch Gladbach-Paffrather Mulde (kurz: Paffrather Mulde), liegt ca. 30 km östlich von Köln im Bergischen Land und gehört zu den klassischen Devon-Gebieten des Rheinischen Schiefergebirges. Vor allem die ausgezeichnete Fossilerhaltung machte diese Gegend geologisch weit über Deutschland hinaus bekannt. So wurden bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts paläontologische Untersuchungen mit Material aus der Paffrather Mulde publiziert (BEUTH 1776; SCHRÖTER 1777).

Der größte Teil der Paffrather Mulde liegt auf dem Blattgebiet 5008 Köln-Mülheim der Topographischen Karte 1 : 25 000. Dieses Blattgebiet wurde in den letzten Jahren durch den GD NRW geologisch und ingenieurgeologisch kartiert. Für die Kartierungen wurden zahlreiche Kleinbohrungen abgeteuft. Die in diesen Bohrungen angetroffenen Gesteine ließen sich aber oft nicht eindeutig altersmäßig einordnen. Da meist nur wenige Gramm pro Probe aus den Kleinbohrungen gewonnen werden konnten, wurde das Material palynologisch datiert. Dabei stellte es sich heraus, dass in der Paffrather Mulde auch Sedimente vorkommen, die in das hohe Oberdevon (Dasberg) einzustufen sind. Solche Sedimente waren bisher aus diesem Raum aber völlig unbekannt (HARTKOPF-FRÖDER & STREEL 1994). Vielmehr nahm man an, dass die jüngsten paläozoischen Gesteine der Paffrather Mulde in das Untere Nehden einzustufen sind. Überraschend war auch die hervorragende Erhaltung der Sporen. Ihre Farbe weist auf eine äußerst geringe Inkohlung hin, wie sie im Rheinischen Schiefergebirge sonst nur noch aus einigen Regionen der Eifel bekannt ist.

Das überraschende Ergebnis aus der palynologischen Bearbeitung hatte so weitreichende Konsequenzen für viele geologische Fragestellungen, dass der GD NRW mehrere kartierbegleitende Bohrungen und eine vom Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben finanzierte, über 500 m tiefe Forschungsbohrung abteufte.

Die wissenschaftliche Bearbeitung der Bohrung Refrath 1 ist inzwischen abgeschlossen. Insgesamt 15 Beiträge beschäftigen sich mit sedimentologischen, paläontologischen und organisch-geochemischen Aspekten des 53 m langen Bohrkerns. Die Ergebnisse wurden im Jahr 2004 beim Courier Forschungsinstitut Senckenberg publiziert. Über diese wissenschaftlich bedeutsamen Ergebnisse hinaus ist aber eine wichtige allgemeine Erkenntnis, dass selbst in einem geologisch vermeintlich gut bekannten Gebiet bei Routineuntersuchungen noch völlig überraschende Erkenntnisse gewonnen werden können, sodass die geologischen, stratigrafischen und paläogeografischen Vorstellungen erheblich revidiert werden müssen.

Literatur:
BEUTH, F. (1776): Juliae et montium subterranea sive fossilium variorum per utrumque ducatum hinc inde repertorum syntagma, in quo fingula breviter recensentur ac describuntur, quae quidem collecta hucusque servantur in museo Francisci Beuth. – 181 S., 2 Taf.; Düsseldorpii (Zehnpfenning).
HARTKOPF-FRÖDER, C.; PIECHA, M. (eds.) (2004): Palaeontology and facies of the late Famennian in the Paffrath Syncline (Rhenish Massif, Germany). – Courier Forschungsinstitut Senckenberg, 251: 7 – 289, 99 Abb., 25 Tab., 40 Taf.; Frankfurt a. M.
HARTKOPF-FRÖDER, C.; STREEL, M. (1994): Late Famennian miospore assemblages from the Bergisch Gladbach-Paffrath Syncline, Rhenish Slate Mountains, Germany. – Ann. Soc. géol. Belg., 116: 333 – 357, 2 Abb., 7 Taf.; Liège.
SCHRÖTER, J. S. (1777): Von den versteinten Amoniten und Terebratuliten, besonders von den Terebratuliten im Bergischen und in der Eifel. – Abh. versch. Gegenstände Naturgesch., 2: 335 – 404, 4 Taf.; Halle.

 

Wenden Sie sich an:

 

Cyrtospora cristifera (Luber 1941) emend. van der Zwan 1979

 

Diducites poljessicus (Kedo 1957) emend. van Veen 1981

 

Retispora lepidophyta (Kedo 1957) Playford 1976

 

Raistrickia variabilis Dolby & Neves 1970

 

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