Direkt zum Hauptmenü, zum Inhalt.
Der GD NRW bietet paläontologisch interessierten Studenten/Studentinnen die Möglichkeit, ein paläontologisches Praktikum zu absolvieren.
Wegen der erforderlichen Einarbeitung ist sofern nichts anderes angegeben ist eine Praktikumsdauer von mindestens vier Wochen erwünscht. Bewerber sollten über paläontologische Grundkenntnisse verfügen. Besonderes Interesse an paläontologischen Fragestellungen sowie die Bereitschaft zu längeren Arbeiten am Binokular oder Mikroskop werden vorausgesetzt.
Eine Vergütung kann nicht gezahlt werden.
Folgende Tätigkeiten können je nach Projekt und Zeitraum vorkommen:
Zurzeit können Praktika bei folgenden Projekten absolviert werden:
Der Praktikant/die Praktikantin wirkt bei der mikropaläontologischen Aufbereitung von Proben mit und liest Mikrofossilien wie Conodonten oder Foraminiferen aus. Er/sie erhält dadurch einen Einblick in die Untersuchungstechniken der angewandten Mikropaläontologie, die insbesondere zur biostratigrafischen Datierung von Sedimentgesteinen aus Paläo-, Meso- und Neozoikum eingesetzt werden. Zugleich wird ein Überblick über wichtige Mikrofossilien Nordrhein-Westfalens und deren Bedeutung in der Praxis sowie die Verknüpfung zwischen Biostratigrafie und geologischer Landesaufnahme vermittelt.
Das Oberdevon der Paffrather Mulde im Bergischen Land gehört zu den klassischen Devon-Gebieten in Deutschland. Erste Fossilbeschreibungen stammen bereits aus dem Jahr 1776. Berühmt wurden das Mittel- und Oberdevon dieses Raumes aufgrund der erstklassig erhaltenen, reichen Fauna.
Der GD NRW verfügt über umfangreiches Material aus Kern- und Spülbohrungen im Bereich der Paffrather Mulde. Dieses Bohrungsmaterial soll in den nächsten Jahren detailliert paläontologisch, biostratigrafisch und biofaziell untersucht werden. Im Rahmen dieses Projekts besteht die Möglichkeit, die verschiedenen paläontologischen Untersuchungsmethoden kennenzulernen und die gewonnen Daten mithilfe von Fachliteratur zu interpretieren.
Der GD NRW untersucht zurzeit Höhlenfüllungen im devonischen Massenkalk bei Wülfrath. Die ehemaligen Höhlen erstrecken sich über mehr als 500 x 200 m und waren mindestens 20 m hoch. Palynologische Untersuchungen haben ergeben, dass die Höhlen zur Unterkreide-Zeit verfüllt wurden. Die Verfüllungen bestehen überwiegend aus Sanden, einige eingeschaltete tonige oder stark fusitische Horizonte sind ausgesprochen reich an pflanzlichen Kleinresten. Sie sind bei Waldbränden unter Beibehaltung ihrer Morphologie verkohlt worden. Häufig sind etwa Kutikulen, Samen, Megasporen, Sporangien und Holzreste. Wegen des großen Artenreichtums und der hervorragenden Erhaltung ist die umfassende paläobotanische Analyse ein wesentlicher Bestandteil bei der Untersuchung der Höhlenfüllungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bearbeitung fossilreicher, paläogener und neogener Sedimente. Die meisten Proben stammen aus Tongruben in der Niederrheinischen Bucht. Sie sind zum Teil sehr reich an Früchten und Samen, gelegentlich kommen auch artenreiche Blattfloren vor. Die Untersuchung dieser Vorkommen steht meistens im Zusammenhang mit Projekten der paläontologischen Bodendenkmalpflege.
Im Zusammenhang mit der Paläontologischen Bodendenkmalpflege ist die Untersuchung des Paläogens im Raum Hünxe und Dorsten geplant. Hier wird in verschiedenen Tongruben der unteroligozäne Rupel-Ton abgebaut. Die Makrofauna ist arten- und individuenarm, bis heute aber nie systematisch untersucht worden. Ziel des Projekts ist eine umfassende regionalgeologische, sedimentologische und paläontologische Untersuchung der paläogenen Sedimente.
Das Projekt beinhaltet auch die Interpretation von Bohrlochmessungen sowie geophysikalische Bohrlochkorrelationen.
Im Rahmen des Praktikums werden zahlreiche praktische Aspekte paläontologischer Untersuchungen vermittelt. Eine intensive Betreuung durch Spezialisten des GD NRW ist gewährleistet.
Für dieses Projekt kommen nur fortgeschrittene Studenten in Frage. Aufgrund des Umfangs der Arbeiten sollte das Praktikum nicht weniger als 6 Wochen umfassen.
Der GD NRW untersucht in Zusammenarbeit mit dem Institut für Palynologie und Klimadynamik der Universität Göttingen eemzeitliche Pollenprofile im Bereich der Niederrheinischen Bucht. Ziel ist die Erarbeitung eines Standardprofiles für die Eem-Warmzeit für diesen Raum.
Je nach momentaner Aufschlusssituation werden im Rahmen des Praktikums Bohrungen beprobt und untersucht oder es werden bereits vorhandene Daten elektronisch erfasst, formatiert und ausgewertet.
Im „Balhorner Feld“ bei Paderborn wurden im Rahmen archäologischer Grabungen Siedlungs- und Grubenhäuser nachgewiesen. Nach dem archäologischen Befund war dieses Areal von der römischen Kaiserzeit bis in 14. Jahrhundert durchgehend besiedelt.
Neben einer Vielzahl unterschiedlicher archäologischer Befunde wurden etwa 20 000 Knochen und Knochenfragmente ergraben. Sie stammen überwiegend von Haustieren. Ihre paläontologische Bearbeitung (Osteoarchäologie) erfolgt seit 2004 beim GD NRW. Interessierte Praktikanten lernen wirbeltierpaläontologische Arbeitsmethoden kennen und erarbeiten eigenständige osteologische Profile von Haustierpopulationen archäologisch klar umrissener Grabungseinheiten.
In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW/Dienststelle Recklinghausen wird die naturnahe Waldzusammensetzung im westfälisch-lippischen Bergland rekonstruiert. Leitbild ist dabei die Waldzusammensetzung zur Völkerwanderungszeit, als der anthropogene Einfluss auf den Wald vernachlässigbar war. Aus den Pollendaten werden Vegetationsdaten kalkuliert, um der Forstwirtschaft konkrete Zahlen hinsichtlich des Baumbestandes zu liefern. Dazu werden entsprechende Pollen-Baum-Korrelationsdaten benötigt, die nur in der heutigen Flora ermittelt werden können.
Im Rahmen eines Praktikums bietet sich die Mitarbeit bei der Vegetationsaufnahme, der Profilaufnahme sowie den diversen Auswertungen der ermittelten Daten an. Kenntnisse im Umgang mit der Standard-Office-Software (Excel, Access) sollten vorhanden sein.
Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen Landesbetrieb
De-Greiff-Straße 195 D-47803 Krefeld
Fon +49 (0) 21 51 89 70 Fax +49 (0) 21 51 89 75 05