Geologischer Dienst
Nordrhein-Westfalen
– Landesbetrieb –

Wir  |  Presse  |  Service  |  Externer Link: Sie verlassen die Internetseite des Geologischen Dienstes NRW und gelangen zur GD-Fanpage auf Facebook.
Startseite > Boden > Daten & Karten > Bodenkundliches Glossar >

Inhalt

Bodenkundliches Glossar

Ackerzahl die durch Zu- oder Abschläge korrigierte Bodenzahl; die Zu- und Abschläge ergeben sich durch Berücksichtigung von Klima, Hangneigung, Exposition undanderen wertbestimmenden Faktoren
Aufstiegsrate, kapillare Wassermenge pro Zeiteinheit, die aus dem Grundwasser durch Kapillarkräfte entgegen der Schwerkraft in den Wurzelraum (Sickerraum) nachgeliefert wird,meist bezogen auf eine gewählte Höhe in dm unter Geländeoberfläche
Ausgangsgestein (Substrat) nicht verwittertes, anorganisches Fest- oder Lockergestein, aus dem der Boden entsteht oder entstanden ist (C-Horizont)
Basensättigungsgrad (BS-Wert) prozentualer Anteil der basischen Kationen bzw. des S-Wertes an der KAKeff BS [%] = S-Wert / KAKeff · 100
Anmerkung: Der BS-Wert wurde früher als V-Wert bezeichnet.
Bodenabtragsgleichung, allgemeine Empirische Gleichung (WISCHMEIER-Gleichung) zur Abschätzung eines mittleren jährlichen Bodenabtrags durch Wasser; es gilt:
A = R · K · L · S · C · P mit
A: mittlerer Bodenabtrag in t/(ha · a)
R: Regenerosivitätsfaktor in N/(h · a)
K: Bodenerodierbarkeitsfaktor in (t · h)/(ha · N)
L · S: Topografiefaktor, berücksichtigt die aktuellen Hangdimensionen (Neigung und Länge)
C: Bodenbedeckungs- und Bearbeitungsfaktor
P: Faktor zur Berücksichtigung von Erosionsschutzmaßnahmen
Bodenwasser, pflanzenverfügbares nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum zuzüglich der kapillaren Aufstiegsrate aus dem Grundwasser während einer bestimmten Zeitspanne (s. DIN 4220)
Bodenart (Textur) Kennzeichnung des mineralischen Bodenmaterials nach seiner Korngrößenzusammensetzung (s. DIN 4220)
Bodenform kleinste Einheit bei der Bodenkartierung mit einheitlichen Bodenbildungsbedingungen, gekennzeichnet durch eine Kombination von Bodentyp und Ausgangsmaterial der Bodenbildung (Substrat)
Bodenfruchtbarkeit der gegenwärtige Zustand eines Bodens hinsichtlich seiner Fähigkeit, Pflanzenwachstum zu ermöglichen (DIN ISO 11074-1, 3.2)
Bodenfunktion Leistung des Bodens als Teil von Ökosystemen für Mensch und Umweltaufgrund seiner Eigenschaften, zum Beispiel Biotop-, Produktions-, Transformations-, Filter-, Puffer- und Archivfunktion (s. DIN 19731)
Bodenschätzung amtliche Schätzung des Reinertrages des Bodens durch die Finanzverwaltung aufgrund der naturgegebenen Bodeneigenschaften und der übrigen ertragsbeeinflussenden Faktoren (Klima, Hangneigung, Beschattung)
Bodenschicht durch gleichartige geologische Prozesse (z. B. Sedimentation) entstandener Bereich des Bodens, der nicht durch bodenbildende Prozesse verändert ist
Bodentyp Zusammenfassung von Böden gleichen Entwicklungszustandes, bei denen Prozesse der Pedogenese übereinstimmende Merkmale und damit ähnliche Horizontabfolgen erzeugen
Bodenzahl die mithilfe des Ackerschätzungsrahmens ermittelte Wertzahl des Ackerbodens aufgrund von Bodenart, Entstehungsart und Zustandsstufe
Dichte Verhältnis der Masse eines Körpers zu seinem Volumen (s. auch Feuchtrohdichte, Trockenrohdichte, Reindichte)
Durchwurzelbarkeit (physiologische Gründigkeit) Tiefe, bis zu der Pflanzenwurzeln ohne besondere Anpassung unter gegebenen Bodenverhältnissen tatsächlich in den Boden einzudringen vermögen (potenzielle Duchwurzelbarkeit) zur Beschreibung des Wurzelraumes
Durchwurzelungstiefe, effektive rechnerisch bestimmte Mächtigkeit einer von Bodenart und Trockenrohdichte abhängigen Bodenzone (effektiver Wurzelraum), in der die nutzbareFeldkapazität von den Pflanzenwurzeln einjähriger landwirtschaftlicher Nutzpflanzen ausgeschöpft werden kann (s. DIN 4220)
Erodibilität (Bodenerodierbarkeit) Maß für die Erodierbarkeit des Oberbodens gegenüber dem Niederschlag; die von Bodenart, Humusgehalt, Aggregatstabilität und Steinbedeckung abhängig eGröße geht als K-Faktor in die Allgemeine Bodenabtragsleichung ein
Erosion (Bodenabtrag) Abtrag und Abtransport von Bodenmaterial durch Kräfte des Wassers und des Windes; man unterscheidet Flächen-, Graben-, Furchen-, Rillen- undTunnelerosion (s. DIN 4047-7)
Feinboden der durch Siebung des Gesamtbodens abgetrennte Masseanteil mit einem Korndurchmesser < 2 mm
Feldkapazität (Speicherfeuchte) a) Wassergehalt als Volumenanteil in Prozent, den ein ungesättigter Boden in ungestörter Lagerung maximal gegen die Schwerkraft speichern kann (konventionell angegeben als Wassergehalt 2 – 3 Tage nach voller Wassersättigung)
b) Menge des Bodenwassers, die in Poren mit Äquivalent-Durchmesser von 50 µm und mehr oder bei einer definierten Saugspannung von > pF 1,8 gebunden ist (s. DIN 4220 u. DIN 4049-3)
Feldkapazität, nutzbare Menge des Bodenwassers als Volumenanteil in Prozent, die in Poren mit Äquivalent-Durchmesser zwischen 50 und 0,2 µm oder bei einer definierten Saugspannung zwischen pF 1,8 und 4,2 gebunden ist; Differenz zwischen Feldkapazität und permanentem Welkepunkt (s. DIN 4220)
Feldkapazität, nutzbare im effektiven Wurzelraum nutzbare Feldkapazität des Bodens bezogen auf die effektive Durchwurzelungstiefe (s. DIN 4220)
Feuchtrohdichte (Rohdichte, feucht) Quotient aus der Masse einer ungetrockneten Bodenprobe in natürlicher Lagerung und ihrem Volumen
Grobboden (Bodenskelett) der durch Siebung des Gesamtbodens abgetrennte Masseanteil mit einem Korndurchmesser von 2 mm und mehr
Grünlandgrundzahl die mithilfe des Grünlandschätzungsrahmens ermittelte Wertzahl des Grünlandbodens aufgrund von Bodenart, Zustandsstufe, Klima und Wasserverhältnissen
Grünlandzahl die durch Zu- und Abschläge korrigierte Grünlandgrundzahl; die Zu- und Abschläge ergeben sich durch Berücksichtigung von Kleinklima, Geländeform undanderen wertbestimmenden Faktoren
Grundwasser unterirdisches Wasser, das Hohlräume der Erdrinde zusammenhängend ausfüllt, allein der Schwerkraft unterworfen ist und sich durch Gefälle bzw.unterirdische Druckpotenziale bewegen kann (s. DIN 4049-3)
Grundwasserstufe aus mittleren Hoch-, Mittel- und Tiefständen definierte graduelle Abstufung desGrundwasserstandes im Boden, z. B. des Flurabstandes (s. DIN 4220)
H-Wert Summe der Gehaltswerte (cmolc/kg) austauschbar gebundener saurer Kationen, besonders H+, Al3+, Fe3+
Kationenaustausch reversibler Austausch von Kationen an Bindungsstellen der Bodenkolloide, der unter Berücksichtigung der Wertigkeit beteiligter Ionen in äquivalenten Mengen erfolgt
Kationenaustauschkapazität (T-Wert) Menge der an Bodenkolloide austauschbar gebundenen Kationen eines Bodens
potenzielle KAK (KAKpot): die bei einem definierten pH-Wert von 8,2 vorliegende KAK
effektive KAK (KAKeff): die bei einem gegebenen pH-Wert bestehende KAK
Anmerkung: KAKeff = S-Wert + H-Wert
Kapillaraufstieg (kapillare Steighöhe) eine von Bodenart, Lagerungsdichte und Sättigungsgrad des Bodens abhängige Distanz, die das Grundwasser oder Stauwasser bei gegebener Wasserspannung im Boden gegen die Schwerkraft überwinden kann
Kapillarraum Teil des Bodens unmittelbar über dem Grundwasserraum, der Kapillarwasser enthält (s. DIN 4049-3)
Kapillarraum, geschlossener Teil des Kapillarraumes, in dem alle kapillaren Poren mit Wasser gefüllt sind; ausgedrückt durch dessen Höhe
Kapillarraum, offener Teil des Kapillarraumes, in dem nur ein Teil der kapillaren Poren mit Wasser gefüllt ist; ausgedrückt durch dessen Höhe
Kapillarwasser Bodenwasser, das als Teil des Haftwassers durch Überwiegen der Kapillarkräfte (Menisken) gegen die Schwerkraft gehoben oder gehalten wird (DIN 4049-3)
Kohäsion der durch Molekularkräfte bewirkte Zusammenhalt der Moleküle eines Stoffes durch gegenseitige Anziehung;
auch: Komponente des Scherwiderstandes (Scherfestigkeit) als stabilisierende Materialeigenschaft des Bodens; sie wirkt an den Berührungsstellen der Bodenpartikel und ist abhängig von Auflast, Bodenart, Bodenstruktur und Wassergehalt, steigt mit zunehmendem Tongehalt und zunehmender Entwässerung an
Korngrößenverteilung (Korngrößenzusammensetzung) Masse der Kornfraktionen des Bodens bezogen auf die Masse des lufttrockenen Bodens in Prozent, ermittelt über den äquivalenten Korndurchmesser
Lagerungsdichte, effektive empirisch ermittelter Wert für die Bewertung des Bodengefüges; er wird aus der Trockenrohdichte und dem Tonanteil ermittelt (s. DIN 4220)
Luftgehalt (Luftvolumen) der mit Luft erfüllte Volumenanteil in Prozent des Porenraumes bezogen auf das Gesamtbodenvolumen
Luftkapazität (spannungsfreier Porenanteil) Luftgehalt des Bodens als Volumenanteil in Prozent bei Feldkapazität; Porenmit Äquivalent-Durchmesser > 50 µm, in denen sich Wasser nur der Schwerkraft folgend bewegen kann (s. DIN 4220)
Korngröße analytisch durch Sieb- oder Sedimentierverfahren ermittelter Durchmesser von Feststoffteilchen (s. DIN 4220 u. DIN 4049-3)
pF-Wert dekadischer Logarithmus der Saugspannung
Regenerosivität Maß für die Erosionswirksamkeit des Niederschlags gegenüber dem Boden; die von der Niederschlagsintensität abhängige Größe geht als R-Faktor in dieAllgemeine Bodenabtragsgleichung ein
Reindichte (Partikeldichte, Bodendichte) Quotient aus der Masse und dem Volumen der festen Bodensubstanz
Saugspannung (Wasserspannung) negativer Druck des Bodenwassers relativ zum atmosphärischen Druck zur Kennzeichnung der Bindungsintensität des Wassers der ungesättigten Bodenzone (s. DIN 4220 u. DIN 4049-3)
Anmerkung: Als Maß für die Saugspannung wird der pF-Wert verwendet.
Scherwiderstand (Scherfestigkeit) bodenphysikalische Größe, die von der Auflast (Normalspannung) und den beiden Parametern Kohäsion und Winkel der inneren Reibung sowie vom Wassergehalt und der Oberflächenbeschaffenheit der Bodenpartikel abhängt; sie beschreibt den Widerstand von Bodensubstanzen gegenüber Scherkräften, im Boden als Scherspannung bezeichnet; die Berechnung erfolgt über die MOHR-COULOMBSCHE-Gleichung
Sickerwasser unterirdisches Wasser, das sich unter Einwirkung der Schwerkraft im Sickerraum abwärts bewegt (s. DIN 4049-3)
Sickerwasserrate Sickerwassermenge je Flächen- und Zeiteinheit aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenbereiche (s. DIN 19687)
Staunässe zeitweilige Vernässung des Durchwurzelungsbereiches des Bodens durch Stauwasser und Haftwasser, die zu Luftmangel führt
Staunässestufe aus standortkundlichen Kriterien abgeleitete graduelle Abstufung der durchschnittlichen Staunässe und Haftnässe des Bodens
S-Wert Summe der Gehaltswerte austauschbar gebundener, basischer Kationen, besonders K+,NH4+, Ca2+, Mg2+, bezogen auf 1 kg Trockenmasse des Bodens
Trockenrohdichte (Rohdichte, trocken) Quotient aus der Trockenmasse einer Bodenprobe in natürlicher Lagerung und ihrem Volumen
Anmerkung: Lagerungsdichte, Raumgewicht oder Volumengewicht sind verwendete Synonyme.
Verdunstung Vorgang, bei dem Wasser bei Temperaturen unter dem Siedepunkt vom flüssigen oder festen Zustand in den gasförmigen (Wasserdampf) übergeht (DIN 4049-3,1.3.7)
Verdichtung bodenphysikalischer Prozess, der meist mit der Zunahme der Dichte und der Abnahme des Porenvolumens einhergeht; man unterscheidet zwischen Sackungsverdichtung als Folge von Belastungen und Einlagerungsverdichtung durch Einwandern von festen Stoffen, das geogenetisch, pedogenetisch und anthropogen bedingt sein kann
Verweilzeit Verweilzeit des Sickerwassers als Quotient aus Mächtigkeit der ungesättigten Zone und seiner mittleren Verlagerungsgeschwindigkeit (s. DIN19732)
Wasserleitfähigkeit (Wasserdurchlässigkeit), ungesättigt Quotient aus Durchflussmenge je Flächen- und Zeiteinheit (Filtergeschwindigkeit) im wasserungesättigten Boden, geteilt durch den hydraulischen Gradienten, bezogen auf eine definierte mittlere Saugspannung (s. DIN 4220)
Wasserleitfähigkeit (Wasserdurchlässigkeit), gesättigt Quotient aus Filtergeschwindigkeit und Druckgefälle als Maß für die Durchlässigkeit eines wassergesättigten Bodens (s. DIN 4220 u. DIN19 683-9)
Anmerkung: Durchlässigkeitsbeiwert, Durchlässigkeitskoeffizient,Wasserleitfähigkeitskoeffizient, hydraulische Leitfähigkeit, hydraulischeDurchlässigkeit, Permeabilität und kf-Wert sind verwendete Synonyme.
Welkepunkt, permanenter Grenzbereich für den Wassergehalt eines Bodens, bei dem die meisten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen bei sonst optimalen Standortbedingungen irreversibel zu welken beginnen; in der Regel bei einer Saugspannung ab 1,5 MPaoder pF 4,2
Winkel der inneren Reibung Komponente des Scherwiderstandes (Scherfestigkeit) als stabilisierende Materialeigenschaft des Bodens; sie wirkt an den Berührungsstellen der Bodenpartikel und ist abhängig von Auflast, Bodenart und Bodenstruktur, nimmt mit zunehmendem Tongehalt ab und ist relativ unempfindlich gegenüber Wasserspannungsänderungen
Wurzelraum, effektiver durch Parameter des Bodenwasserhaushaltes definierter Bodenraum
Zustandsstufe Begriff der Bodenschätzung: Bewertung der Bodenentwicklung nach ihrer ertragssteigernden Wirkung; die Zustandsstufe dient der Feststellung des Bodenwertes. Es gibt für Ackerland sieben Zustandsstufen mit abnehmender Gütevon 1 – 7, für Grünland drei Stufen von I – III.

Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen – Landesbetrieb – • De-Greiff-Straße 195 • D-47803 Krefeld • Fon +49 (0) 21 51 89 70