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Verfahren der Geowissenschaftlichen Landesaufnahme

Im Auftrag der Landesregierung erarbeitet der GD NRW landesweit nach einheitlichen Gesichtspunkten durch die geowissenschaftliche Landesaufnahme (Kartierung) Grundlagen für die Daseinsvorsorge, die Landesplanung, die Risikovorsorge sowie für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Naturgütern. Hierfür erfasst, interpretiert und bewertet er die Bodenverhältnisse, die Gesteinsschichten des Untergrundes, die Grundwasservorkommen und die Rohstoffe.

Der Untergrund unseres Landes setzt sich aus einer vielfältigen Folge von Fest- und Lockergesteinen zusammen, die im Laufe von 500 Millionen Jahren Erdgeschichte als Ablagerungen der Meere, der Flüsse, der Gletscher, des Windes oder als Erstarrungsprodukte vulkanischer Schmelzen entstanden sind. So unterschiedlich wie die Gesteine sind auch die Böden, die aus ihren Verwitterungsprodukten entstanden sind.

Um ein schlüssiges Bild über den Untergrund als einer unserer Lebensgrundlagen zu erhalten, sind umfangreiche Recherchen nötig. Zunächst müssen die in den Datenbanken des GD NRW gespeicherten Informationen über einen Projektraum zusammengestellt sowie alle geowissenschaftlichen Unterlagen in öffentlichen und privaten Archiven beschafft und ausgewertet werden. Daraus entwickelt der Geowissenschaftler eine Konzeptkarte. Dort, wo noch Informationslücken festgestellt werden, ist Geländearbeit zur Datenverdichtung nötig.

 

Integrierte geologische Landesaufnahme 2013

Integrierte geologische Landesaufnahme 2013
Kurzbeschreibung der 10 Projektgebiete

Geländearbeit – Bestandsaufnahme vor Ort

Erste Hinweise zu Art, Ausbildung, Eigenschaften und Verhalten des Bodens, der Gesteine und der oberflächennah verbreiteten Rohstoffe gewinnt der Geowissenschaftler bereits an der Erdoberfläche – beispielsweise durch die Bewertung der Geländeformen, der Vegetation und der Lage von Quellaustritten. Ein ganz wichtiges Indiz sind die Steine, die er bei der Begehung des Geländes am Erdboden findet. An Berghängen, in Baugruben, an Böschungen von Verkehrswegen, in Kiesgruben oder Steinbrüchen, aber auch in Bergwerken ist ein Einblick in den Boden- und Gesteinsaufbau unmittelbar möglich.

Der Geowissenschaftler benötigt ein dreidimensionales Bild des Untergrundes bis in große Tiefen, der Bodenkundler zumindest eines bis zur Entwicklungstiefe der Böden, um die Geländeinformationen in eine schlüssige Flächeninformation – in eine Karte – umzusetzen. Unterschiedlich tief reichende Bohrungen und Aufgrabungen oder geophysikalische Messverfahren liefern hierzu die nötigen Daten.

 

Unverzichtbar – vielfältige Laboruntersuchungen

Die Erkundung der Untergrundverhältnisse erfordert ergänzende Untersuchungen in den Laboratorien. Jahr für Jahr werden tausende von Gesteins-, Boden- und Wasserproben im Gelände entnommen und in den Laboratorien des GD NRW mit modernsten Analysenmethoden untersucht. Sowohl die chemische Zusammensetzung und die physikalischen Eigenschaften von Gesteinen, Böden und Grundwasser als auch Art, Eigenschaften und Zusammensetzung von Rohstoffen oder Mineralien werden ermittelt und die Ergebnisse ausgewertet. Dabei werden zahlreiche Daten gewonnen und gespeichert, die dann für Problemlösungen beim Boden- und Grundwasserschutz oder für Lagerstätten- und Baugrundbeurteilungen abrufbar sind.

In den mikropaläontologischen Laboratorien werden auch fossile Tier- und Pflanzenreste bestimmt. Sie sind Spiegel der Ablagerungsbedingungen der Gesteine und ermöglichen Aussagen zu deren Alter und Lagerungsverhältnissen sowie den ökologischen Verhältnissen vergangener Epochen.

 

Geo-Karten – Bilder vom Untergrund

Der Geowissenschaftler fügt alle gewonnenen Daten zu einem schlüssigen Gesamtbild vom Aufbau des Untergrundes zusammen. Das geologische Wissen, das herkömmlich in Karten veröffentlicht wurde, wird heute digital in Fachinformationssystemen gespeichert. Diese grafischen Datensätze werden wiederum mit Fachdatenbanken und einem modernen Auskunftssystem verknüpft.

Neben einer Bohrungsdatenbank (DABO) werden die Fachinformationssysteme Geologische Karte, Bodenkarte, Hydrogeologische Karte, Ingenieurgeologische Karte und Lagerstättenkarte unterhalten und ständig aktualisiert.

Geowissenschaftliche Daten werden besonders von Planungsbehörden und den verschiedensten Unternehmen genutzt. Sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, denn in zahlreichen Genehmigungsverfahren kommt ihnen bezüglich Nutzung und Schutz von Boden, Grundwasser, Baugrund, geothermischer Energie und Rohstoffen eine entscheidende Bedeutung zu.

Die Produkte des GD NRW orientieren sich an den Wünschen öffentlicher und privater Kunden. Für diejenigen, die nach wie vor mit einer analogen Karte arbeiten möchten, stehen auch weiterhin gedruckte oder in druckähnlicher Qualität geplottete geowissenschaftliche Karten zur Verfügung.

Geowissenschaftliche Fachinformationssysteme und Karten geben Auskunft über alle den Untergrund betreffenden Fragen:

  • Das Informationssystem Geologische Karte ist eine Bestandsaufnahme aller geologischen Daten wie Zusammensetzung, Eigenschaften, Lagerung, Verbreitung und Alter der Gesteine.
  • Das Informationssystem Bodenkarte ist eine Darstellung von Merkmalen, Eigenschaften und Verbreitung der Böden.
  • Das Informationssystem Hydrogeologische Karte beschreibt Grundwasser führende Schichten sowie Beschaffenheit, Erschließungs- und Schutzmöglichkeiten des Grundwassers.
  • Das Informationssystem Ingenieurgeologische Karte bewertet den Untergrund in seiner Eignung als Baugrund und als Erdbaustoff und macht wichtige geotechnische Angaben.
  • Das Informationssystem Lagerstättenkarte erfasst die Daten der natürlichen Rohstoffe wie Kohle, Salz, Erze, Steine und Erden sowie ihre Verbreitung, Lagerung und Mächtigkeit im Land.

Mehr Informationen zu unseren Produkten finden Sie in unserem Geoshop. mehr Infos

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Wenden Sie sich an:

  • Dipl.-Geogr. Henscheid
  • Fon: +49 (0) 2151 897-484
  • Dipl.-Ing. agr. Dr. Milbert
  • Fon: +49 (0) 2151 897-586
  • Fax: +49 (0) 2151 897-505
  • kartierungen@gd.nrw.de

 

borio.tv hat Kartierer bei der Arbeit gefilmt. Mehr auf borio.tv:
Borken – unterwegs mit dem Geologischen Dienst
Erdbohrungen in Weseke

Kleinbohrung

Eine Kleinbohrung gibt Aufschluss über den Schichtenaufbau bis in etwa 10 m Tiefe.

 

Bodenkundliche Landesaufnahme mit dem Pürkhauer

Übersicht der Projekte Bodenkartierung zur Standorterkundung 1 : 5 000, Projekte 2013

 

Digitales hydrogeologisches Informationssystem

Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen – Landesbetrieb –
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Fon +49 (0) 21 51 89 70 • Fax +49 (0) 21 51 89 75 05