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Die lagerstättenkundliche Erz- und Mineraliensammlung umfasst Belegstücke aus allen Teilen des Landes. Sie entstammen vorwiegend der geowissenschaftlichen Landesaufnahme. Sie wurden aber auch im Rahmen von Grubenbefahrungen, Erzprospektionen sowie Bohrungen (Kluft- und Störungsmineralisationen) gewonnen. Die Sammlung ist nach wichtigen Einzelgruben (Ramsbeck, Meggen, Lüderich, Niedermarsberg, Dreislar), ansonsten nach Lagerstättenrevieren (Siegerländer, Bensberger, Müsener, Briloner, Lintorf-Velberter, Maubach-Mechernicher Erzrevier) gegliedert. Vererzungen aus verschiedenen Zechen des Ruhrkarbons und des Erkelenzer Steinkohlenreviers sowie aus zahlreichen Kleingruben und Einzelaufschlüssen runden die Sammlung ab.
Da die Grube Wohlverwahrt-Nammen in Porta Westfalica inzwischen das letzte noch fördernde Erzbergwerk Nordrhein-Westfalens ist, kommt dem Sammlungsmaterial, das aus den vielen stillgelegten und heute nicht mehr zugänglichen Gruben des Landes stammt, ein unschätzbarer Dokumentationswert zu.
Die für das Mechernicher Erz typischen Bleierzknotten sind unregelmäßig in Sandsteinen und Konglomeraten des Mittleren Buntsandsteins verteilt. Sie bestehen aus 0,5 – 4 mm dicken Zusammenballungen von mit Quarzsandkörnchen verkitteten Bleiglanzpartikeln. Bleiglanz ist ferner als Bindemittel diffus verteilt sowie als Hohlraum- und Kluftfüllung vorhanden. Die schlecht sortierten, groben Gerölle der Konglomerate setzen sich aus Sandsteinen, Quarziten oder aus Gangquarz zusammen. Als Herkunft der Vererzung werden eine syngenetisch-sedimentäre und eine epigenetisch-hydrothermale Entstehung diskutiert. Die Mechernicher Lagerstätte musste 1957 aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden.
Die Schwerspatgrube Dreislar im östlichen Sauerland ist bekannt durch ihre außergewöhnlich schönen Mineralstufen. Durchscheinend weißer bis rosaroter Baryt ist rosettenförmig bis fächerartig kristallisiert. Die einzelnen Minerale sind unregelmäßig mit goldgelben Pyrit- und gelbgrünlichen Kupferkieskriställchen besetzt. Die Dreislarer Lagerstätte ist an ein altes Störungssystem gebunden. Die Gangspalten, in denen die Schwerspatmineralisation stattfand, sind in der Tertiär-Zeit aufgerissen. Die Gangfüllungen bestehen aus vier nacheinander gebildeten Hauptmineralisationen, die sich durch Farbe, Ausbildung und Kristallinitätsgrad des Schwerspates unterscheiden lassen. Die vertikale Teufenerstreckung der Lagerstätte beträgt zurzeit etwa 500 m. Die erzleeren Wurzeln der Gänge sind noch nicht erreicht. Schwerspat wird fast ausschließlich als Rohstoff für Lithopone-Herstellung und Barium-Chemie verwendet.
In einer Matrix aus derbem weißem Quarz „schwimmen“ rundliche, farblich gesprenkelte Erzkomponenten, die vornehmlich aus Kupferkies und Pyrit, untergeordnet aus Bleiglanz und Siderit bestehen. Die ursprünglich homogenen Erzgänge in den Schichten des Unteren Devons wurden durch tektonische Vorgänge zerstückelt, anschließend verkittete Quarz die einzelnen Erzfragmente. Die Grube Georg bei Willroth im Westerwald kann auf eine über 300-jährige Bergbaugeschichte zurückblicken. Sie stellte 1965 als letztes Erzbergwerk des Siegerländer Reviers die Förderung ein.
Gruppierungen von schwarz glänzenden, dünnstängeligen, bis zu 20 cm langen, röhrenartigen Manganstalaktiten gehören zu den auffallenden Mineralstufen, für die die Grube Wolf bekannt ist. Sie entstanden durch die Verwitterung von manganhaltigen Gängen in der Oxidationszone der Lagerstätte, dem „Eisernen Hut“. Die stängeligen Aggregate wurden durch kolloidale Verwitterungslösungen in Hohlräumen abgeschieden. Die Oxidationszone reichte in der Grube Wolf mehrere 100 m tief. Die in Schichten des Unteren Devons vorkommenden Nordost – Südwest verlaufenden Erzgänge aus Siderit sind tektonisch stark zerstückelt. Mit wachsender Teufe werden sie durch zunehmende Verquarzung unbauwürdig. 1965 wurde die Grube stillgelegt.

Durch Bleiglanz imprägniertes Konglomerat aus Mechernich

Rosettenförmige Schwerspatkristalle aus der Grube Dreislar in Medebach

Quarzgang mit Sulfiderzkomponenten aus der Grube Georg bei Willroth

Mangan-Stalaktiten aus der Grube Wolf bei Herdorf
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