| Um den Boden stärker in unser Bewusstsein zu bringen, proklamiert das Kuratorium „Boden des Jahres“ der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft und des Bundesverbandes Boden alljährlich den Boden des Jahres. Der Schwarzerde (2005) und der Fahlerde (2006) folgt im Jahr 2007 der Podsol als Boden des Jahres. |
| Boden ist die „Grundlage“ für unser Leben. Auf ihm leben wir. In ihm wachsen die Pflanzen, von denen wir uns ernähren; vielen Tieren bietet er Lebensraum und Zuflucht. Unser Trinkwasser schützt er vor Verunreinigungen. Er trägt die Spuren der Vergangenheit in sich und ist so Forschungsobjekt der Archäologen und Klimaforscher. Alle diese Bodeneigenschaften werden durch die Bodenschutzgesetzgebung gewürdigt. Trotzdem treten wir ihn täglich mit unseren Füßen und so bleibt er in seiner Vielfältigkeit unserem Blick – z. B. im Gegensatz zu seltenen Pflanzen oder Tieren – und damit unserer Aufmerksamkeit weitgehend verborgen. |
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Verbreitungskarte
Podsole in Nordrhein-Westfalen |
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| Verbreitung |
| Podsole kommen auf nährstoffarmen, sauren Ausgangsgesteinen bei hohen Niederschlägen vor. Dies ist in NRW vorwiegend Flugsand. Somit ist der Podsol der dominierende Boden im Sandmünsterland, im Minden-Lübbecker Raum und auf den Dünen entlang der Maas. Besonders durch die mittelalterliche Streunutzung, die Plaggenwirtschaft und das Laubrechen in den Heidelandschaften hat der Mensch die Podsolierung durch Nährstoffentzug gefördert. Im Bergland kommt er auf meist quarzitischen, verwitterungsresistenten Sandsteinen vor, die wegen ihrer Härte auch zugleich die Kammlagen z. B. des Teutoburger Walds bilden. |
| Entstehung |
| Der Name Podsol kommt aus dem Russischen und bedeutet so viel wie „aschefarbener Boden“. Damit ist der hellgraue Oberboden gemeint, dem meist eine mächtige Deckschicht aus Humus aufliegt. Diese besteht aus der kaum zersetzten, nährstoffarmen Streu von Nadelwald- oder Heidestandorten. Auf dem Weg durch diesen Auflagehumus wird das Sickerwasser mit organischen Säuren angereichert, was dann zur Verlagerung von Eisen aus dem Oberboden geführt hat. Die braunschwarze und rotbraune Färbung des Unterbodens geht auf die Einlagerung dieser Stoffe zurück. Örtlich sind die Sandkörner durch die Eisenanreicherung dabei so stark verkittet, dass man von Ortstein spricht. Nach unten hin wird der kompakte Ortstein oft von zahlreichen dünnen Eisen-Humus-Bänder abgelöst. Dort, wo Baumwurzeln den Einwaschungsbereich durchbrechen, zeichnen die Eisenkrusten bald zapfenförmig diese Struktur nach. In dem Foto sind diese keilartigen Strukturen seitlich angeschnitten, sodass sie als Linsen oder dunkle Streifen erscheinen. |
| Nutzung |
| Podsole sind nährstoffarme, trockene Böden und somit schützenswerter Lebensraum für entsprechende seltene Pflanzen- und Tierarten wie z. B. zahlreiche Reptilien. In periodisch aufgewehten Dünen finden sich oft mehrere Podsole übereinander, deren Entstehung von Aufwehungsphasen unterbrochen wurden. Diese Stockwerk-Podsole sind seltene Archive der Naturgeschichte. Durch das Einplanieren der kleinräumig stark reliefierten Dünengebiete sind während der Flurbereinigung in den letzten 100 Jahren zahlreiche Podsole zerstört worden. In der Bodenschätzung, der steuerlichen Einstufung der landwirtschaftlichen Ertragskraft, sind die Podsole, z. B. im Vergleich zu tonigen Böden, historisch gering bewertet. Mit der Einführung der Mineraldüngung im 19. Jahrhundert und der künstlichen Bewässerung wurde dieser Nachteil mehr als wettgemacht. Heute sind sie auch wegen der ganzjährigen Befahrbarkeit begehrte Ackerstandorte. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung über den wichtigen Grundwasserkörpern des Münsterlandes und ihrem geringen Filterungsvermögen stehen sie dabei oft im Blickpunkt konkurrierender Landnutzungen. Sie verzeihen dabei keinen sorglosen Umgang mit Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln. Zudem sind sie hier unter Acker besonders gefährdete Winderosionsflächen. |
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| Übrigens |
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| Wenden Sie sich an: |
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| Dipl.-Ing. agr. Dr. Betzer |
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