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Presse-Info, 15.11.2021

Geologische Tiefbohrung in Düsseldorf

 

Der Geologische Dienst NRW erkundet derzeit das Potenzial für hydrothermale Geothermie des mitteltiefen und tiefen Untergrundes in Nordrhein-Westfalen. Besonders die Gesteinsabfolgen in größeren Tiefen wurden bisher im Hinblick auf ihr geothermisches Potenzial nur wenig untersucht. Im Zuge der bis zu 300 m tiefen Kernbohrung sollen die Abfolge jüngerer Lockergesteine und der Übergang ins Festgestein nun näher erforscht werden. Bei der für die Dauer von 6 bis 8 Wochen geplanten Bohrung werden meterweise Gesteinskerne gewonnen. Sie werden beim Geologischen Dienst NRW in Krefeld wissenschaftlich untersucht und archiviert.

Am Bohrpunkt treten 23 bis 34 Millionen Jahre alte Lockergesteine aus der Tertiär-Zeit über Festgesteinen aus der Karbon- und Devon-Zeit (331 Millionen Jahre und älter) auf. Die tertiären Schichten sind sehr wechselhaft aufgebaut und bestehen aus Sanden, Schluffen und Tonen. Das paläozoische Festgestein besteht aus Ton-, Schluff-, Sand- und Kalksteinen. Beide Schichtenfolgen kommen in der Niederrheinischen Bucht sonst nur in großen Tiefen vor, weshalb ihre Lagerung und Beschaffenheit bisher nahezu unerforscht sind. Die an der Bohrstelle in Düsseldorf relativ oberflächennah auftretende Gesteinsfolge erlaubt es, vergleichsweise einfach ein repräsentatives Profil des älteren Tertiärs und vor allem des unterlagernden paläozoischen Festgesteins zu erbohren, aus dem sich wichtige Erkenntnisse für die Vorkommen in größerer Tiefe im übrigen Rheinland ableiten lassen.

Die Bohrkerne liefern durchgehende Gesteinsproben, an denen der Aufbau, die Mächtigkeiten und die Lagerung der Schichtenfolgen im Untergrund zu erkennen sind. Auch lässt sich nachvollziehen, ob sie von Verwerfungen durchzogen werden, wie sie im Untergrund verbreitet sind, und wie sie nach der Ablagerung verändert wurden. Weitere Gesteinseigenschaften, wie zum Beispiel die Korngröße, die Wärmeleitfähigkeit oder der Chemismus, werden später in den Laboratorien des Geologischen Dienstes NRW untersucht. Zusammen mit der geophysikalischen Bohrlochmessung und hydrogeologischen Untersuchungen im Bohrloch zur Ermittlung von Durchlässigkeiten liefert diese Bohrung wichtige Parameter für die geothermale Charakterisierung des tieferen Untergrundes im Rheinland und für die Konstruktion von geologischen Karten und 3D-Modellen.

Die Bohrung in Düsseldorf steht den Vertreterinnen und Vertretern der Presse nach Absprache zum Besuch vor Ort offen. Sie erhalten die Möglichkeit zu Interviews. Bitte vereinbaren Sie einen Termin. Aktuelle Informationen zur Bohrung finden Sie unter Geologie > Geodaten erheben & bewerten

 

Wir über uns

Der Geologische Dienst NRW ist die geowissenschaftliche Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit mehr als 60 Jahren erheben wir geowissenschaftliche Informationen im gesamten Bundesland, bereiten sie auf und machen sie für die Praxis nutzbar. Diese Basisinformationen dienen der Sicherung eines gesunden Lebensraumes, für dessen nachhaltige Entwicklung wir uns einsetzen. Sie sind die Grundlage für unser umfassendes Beratungsangebot zu den Themenfeldern Geologie, Boden, Gesteinsrohstoffe, Grundwasser, geophysikalische und geotechnische Untergrundeigenschaften, oberflächennahe und tiefe Geothermie sowie Endlagersuche für radioaktive Abfälle. Wir ermitteln Daten zur Risikovorsorge bei Gefahren, die vom Untergrund ausgehen, und betreiben das landesweite Erdbebenalarmsystem. Unsere Erkenntnisse stellen wir der Politik und Verwaltung, der Wirtschaft, den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung – digital oder analog durch Geo-Informationssysteme, Karten, Daten und Schriften. Viele dieser Informationen sind über unsere Onlinedienste und Datenportale frei zugänglich.

 

 

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Poster: Hier bohrt der Geologische Dienst NRW

 

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