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Die Externsteine im Teutoburger Wald

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Geotope – Fenster der Erdgeschichte

Besonders schön, besonders selten. Geotope geben Einblicke in den geologischen Aufbau und die Entwicklung der Erde oder des Lebens. Es sind markante Felsen, besondere Höhlen, Quellen oder natürliche Landschaftsformen, aber auch von Menschen geschaffene Aufschlüsse im Gestein. Seltene Bodenbildungen, mineralienreiche Gesteine und Fossilien führende Schichten gehören ebenfalls dazu. Geotope sind überall in NRW zu finden – punktuell, kleinflächig oder großräumig.

Geotop am Straßenrand der B 54 – große Sattelstruktur an der Pulvermühle im Märkischen Kreis

Geotop am Straßenrand der B 54 – große Sattelstruktur an der Pulvermühle im Märkischen Kreis

Geotopschutz

Beim Geotopschutz geht es nicht nur um den dauerhaften Erhalt schutzwürdiger Geotope zur Bewahrung unseres naturkundlichen und kulturellen Erbes. Es ist auch Ziel, die geologische Situation vor Ort für den Menschen anschaulich zu machen. Schutzwürdig sind solche Geotope, die durch Seltenheit, außergewöhnliche Schönheit oder durch ihre besondere wissenschaftliche Bedeutung herausragen.

Die Staatlichen Geologischen Dienste haben die Aufgabe, Geotope innerhalb ihrer Ländergrenzen zu erfassen, geologisch und paläontologisch zu beschreiben und zu bewerten. Oft muss schnell gehandelt werden, weil der Geotop nur kurze Zeit zugänglich ist. Dann ist eine rasche Dokumentation des Objektes gefragt.

Unsere erfahrenen Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler beraten die Landschafts- und Denkmalbehörden im ganzen Land bei Schutzausweisungen.

Eine Fülle von Gesetzen

Der Schutz von Geotopen ist in verschiedenen Gesetzen geregelt. Geotope werden gemäß Landschaftsgesetz als Naturdenkmäler, Naturschutzgebiete oder Landschaftsschutzgebiete festgesetzt. In NRW sind dies etwa 50 Prozent aller im Kataster erfassten Geotope.

Sind Geotope bedeutende Fundpunkte von Fossilien, können sie nach Denkmalschutzgesetz als Bodendenkmal ausgewiesen werden.

Für besonders schutzwürdige Böden greift das Bundes- und Landesbodenschutzgesetz. Hier wird der Boden als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte, als besonders fruchtbarer Boden, als Filter zum Grundwasserschutz oder als besonderer Standort mit hohem Biotopentwicklungspotenzial geschützt. Die räumliche Verbreitung von schutzwürdigen Böden stellt die Bodenkarte von NRW 1 : 50 000 – Karte der schutzwürdigen Böden in NRW flächendeckend dar. Sie ist ideale Grundlage für kommunale Bodenschutzfragen und -planungen.

Das Geotopkataster

Hierin erfassen und dokumentieren wir alle Geotope. Aufgrund seiner geologischen Vielfalt weist Nordrhein-Westfalen etwa 4 000 dokumentierte Geotope auf. Die Aufnahme eines Objektes in das Kataster ist der erste Schritt, um Geotope bewerten und in Planungsfragen angemessen berücksichtigen zu können. Seit Frühjahr 2021 gibt es über einen Web Map Service (WMS) einen kostenfreien Zugriff auf eine Vielzahl ausgewählter Objekte des Geotopkatasters mit umfangreichen Informationen zu jedem Geotop.

Geotope brauchen Pflege

Ein zuwachsener Geotop
Freie Sicht durch fachgerechte Pflege eines Geotops

Vorher und nachher: Von Vegetation überwachsene geologische Strukturen, illegal abgeladener Müll in alten Steinbrüchen, mutwillig zerstörte Schautafeln – Geotope brauchen Pflege.

Die Pflege von Geotopen ist häufig eine mühevolle Aufgabe. Oft ist eine Abstimmung mit anderen Naturschutzbelangen nötig. Mitunter entwickeln sich gerade in stillgelegten Abgrabungen und Steinbrüchen wertvolle Sekundärbiotope, die geschützten Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat bieten: Eulen und Greifvögel nisten an Felswänden, Eidechsen oder Wärme liebende Pflanzen bevorzugen sonnige Gesteinspartien, Moore und Feuchtbiotope entwickeln sich ungestört. Geotopschutz und Biotopschutz ergänzen sich, wenn beide Seiten Rücksicht auf die jeweiligen Interessen nehmen. Unsere Aufgabe ist es, die Landschafts- und Denkmalbehörden beim Festlegen von Regelungen zu unterstützen.

Für die Pflege von gesetzlich geschützten Naturdenkmalen sind die Landschaftsbehörden zuständig. Auf kommunaler Ebene haben sich mancherorts Geotop-Patenschaften etabliert. Diese ehrenamtliche Pflege erfordert von den engagierten Bürgerinnen und Bürgern, von Vereinen, Museen und kommunalen Einrichtungen ein hohes Maß an Koordination.

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