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Grundwasservorkommen

Das Grundwasser in Nordrhein-Westfalen ist ein Spiegelbild der geologischen Vielfalt des Landes. Es gibt grundwasserreiche Regionen, aber auch grundwasserarme. Auch die Zusammensetzung des Grundwassers ist regional sehr unterschiedlich. Die Ursache liegt in den Gesteinen, durch die es strömt, und in den Böden, durch welche die Zusickerung zum Grundwasser erfolgt. Aufgrund seiner natürlichen Beschaffenheit und der Überprägung durch den Menschen ist es nicht immer als Trinkwasser geeignet.

Von Grundwasser sprechen wir, wenn das Wasser die Hohlräume der Gesteine zusammenhängend ausfüllt. Grundwasser ist eine äußerst wertvolle Ressource, da es die Grundlage für unser Lebensmittel Nr. 1 darstellt: das Trinkwasser. Rund 2/3 des Trinkwassers in Deutschland werden aus Grundwasser gewonnen. Nur wenn Aufbau und Eigenschaften der Gesteinsschichten bekannt sind, können wir diese Ressource nachhaltig nutzen und schützen.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die hydrogeologischen Großräume von Nordrhein-Westfalen. Diese Gliederung und Beschreibung wurde in einem Projekt der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gemeinsam mit den Staatlichen Geologischen Diensten Deutschlands (SGD) für ganz Deutschland erstellt.

Mehr zum Thema

in unseren Gebietsmonografien

Hydrogeologische Raumgliederung

Die Hydrogeologische Raumgliederung Deutschlands wurde im Rahmen der Arbeiten zur Hydrogeologischen Übersichtskarte 1 : 200 000 von der BGR und den SGD erarbeitet. Die Karten stellen hydrogeologische Großräume, Räume und Teilräume deutschlandweit dar. Hydrogeologische Räume weisen ähnliche hydrogeologische Eigenschaften auf.

Nordrhein-Westfalen hat Anteil an den folgenden hydrogeologischen Großräumen:

  • Großraum 01: Nord- und mitteldeutsches Lockergesteinsgebiet
    • Der hydrogeologische Großraum Nord- und mitteldeutsches Lockergesteinsgebiet ist gekennzeichnet durch das Auftreten mächtiger tertiärer und quartärer Lockergesteinsfolgen mit mehreren ergiebigen Grundwasserstockwerken (Porengrundwasserleitern). Nordrhein-Westfalen reicht im äußersten Norden in diesen Großraum hinein. Von Bedeutung sind die Grundwasservorkommen dort vor allem in glazialen Rinnensystemen.
  • Großraum 02: Rheinisch-Westfälisches Tiefland
    • Der hydrogeologische Großraum Rheinisch-Westfälisches Tiefland ist im Rheinland gekennzeichnet durch sehr mächtige tertiäre Lockergesteine mit zyklischen Folgen von Sanden, Tonen und Braunkohlenflözen. Diese bilden mehrere Grundwasserstockwerke aus. Sie werden ebenso wie die überlagernden und sehr ergiebigen quartären Terrassenablagerungen intensiv wasserwirtschaftlich genutzt. Der westfälische Bereich (Münsterländer Kreidebecken) wird durch ergiebige, meist sandige kretazische Grundwasserleitergesteine geprägt. Die quartären Grundwasserleiter sind, wo sie in Rinnenfüllungen größere Mächtigkeiten erreichen, von besonderer Bedeutung für die Wasserversorgung.
  • Großraum 05: Mitteldeutsches Bruchschollenland
    • Der hydrogeologische Großraum Mitteldeutsches Bruchschollenland mit Thüringischer und Subherzyner Senke zeichnet sich durch das flächenhafte Vorkommen tektonisch beanspruchter, sedimentärer mesozoischer Einheiten aus. Diese bilden Kluft- bzw. Kluft-Poren- und Kluft-Karst-Grundwasserleiter von mäßiger bis teilweise sehr hoher Ergiebigkeit. In tektonischen Störungszonen werden Kluftgrundwasserleiter mit erhöhter Wasserwegsamkeit beobachtet. Die Grundwasserleiter der Trias im Zentrum des Thüringer Beckens und des Perms am Beckenrand (vor allem Buntsandstein, Muschelkalk und Zechstein) sind für die Wasserversorgung bedeutsam. Salzkissen und Salzsattel sind die Ursache der geogenen Mineralisation des Grundwassers in der Subherzynen Senke.
  • Großraum 06: West- und süddeutsches Schichtstufen- und Bruchschollenland
    • Eine Exklave des Großraumes West- und süddeutsches Schichtstufen- und Bruchschollenland liegt in Nordrhein-Westfalen in der Eifel. In dem Großraum streichen weitflächig sedimentäre, mesozoische Gesteinseinheiten aus. Die hydrogeologischen Verhältnisse sind geprägt durch den Wechsel von Grundwasserleitern und Grundwassergeringleitern sowie die dadurch hervorgerufene Stockwerksgliederung. Es handelt sich vorwiegend um Kluft-/Poren- und Kluft-/Karstgrundwasserleiter. Sie werden regional für die Wasserversorgung genutzt.
  • Großraum 08: West- und mitteldeutsches Grundgebirge
    • Der Großraum West- und mitteldeutsches Grundgebirge kennzeichnet das Verbreitungsgebiet paläozoischer sedimentärer und gering metamorpher Gesteine im Rheinischen Schiefergebirge, der Harz-Scholle und der Halle-Wittenberg-Scholle. Hinzu kommen die darauf auflagernden tertiären Vulkanite des Westerwaldes und Rotliegend-Vulkanite auf den letztgenannten Schollen. Der präkambrische Anteil des variszischen Grundgebirges tritt hier in den Metamorphiten des Kyffhäuser-Kristallins zutage. Großräumig betrachtet sind die Kluftgrundwasserleiter des Großraumes von sehr untergeordneter Bedeutung für die Grundwasserförderung.

Informationen und Karten zu allen hydrogeologischen Räumen bei der BGR

Hydrogeologische Großräume NRW

Hydrogeologische Raumgliederung von Deutschland

Projektseite der BGR

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