NRW

Geologischer Dienst
Nordrhein-Westfalen
– Landesbetrieb –

Wir  |  Presse  |  Service  |  Externer Link: Sie verlassen die Internetseite des Geologischen Dienstes NRW und gelangen zur Facebook-Seite des GD NRW.
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz |  Suche Suche
Startseite > Grundwasser > Grundwasservorkommen >

Inhalt

Freiliegende Grundwasserfläche im Steinbruch Oese

Kontakt

  • Dipl.-Geol. Dr. Gawlik
  • Fon: +49 2151 897-338
  • Dipl.-Geol. Schuster
  • Fon: +49 2151 897-562
  • E-Mail: grundwasser@gd.nrw.de

Grundwasservorkommen

Das Grundwasser in Nordrhein-Westfalen ist ein Spiegelbild der geologischen Vielfalt des Landes. Es gibt grundwasserreiche Regionen, aber auch grundwasserarme. Auch die Qualität des Grundwassers ist regional sehr unterschiedlich. Die Ursache liegt in den Gesteinen, durch die es strömt. Aufgrund gelöster Inhaltsstoffe ist es nicht immer als Trinkwasser geeignet, hat dafür aber unter Umständen eine heilende Wirkung.

Von Grundwasser sprechen wir, wenn das Wasser die Hohlräume der Gesteine zusammenhängend ausfüllt. Grundwasser ist eine äußerst wertvolle Ressource. Nur wenn Aufbau und Eigenschaften der Gesteinsschichten bekannt sind, können wir sie nachhaltig nutzen und schützen.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die hydrogeologischen Großräume von Nordrhein-Westfalen. Diese Gliederung und Beschreibung wurde in einem Projekt der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit den Staatlichen Geologischen Dienste Deutschland (SGD) für ganz Deutschland erstellt. Es folgt eine kurze hydrogeologische Charakterisierung der 5 Regierungsbezirke in NRW mit ihren lokalen Besonderheiten.

Mehr zum Thema

in unseren Gebietsmonografien

Hydrogeologische Räume

Die Karte der Hydrogeologischen Räume wurde im Rahmen der Arbeiten zur Hydrogeologischen Übersichtskarte 1 : 200 000 von der BGR und den SGD erstellt. Die Karten der hydrogeologischen Großräume, Räume und Teilräume Deutschlands stellen die Grundwasserkörper im Maßstab 1 : 1 000 000 dar. Hydrogeologische Räume weisen ähnliche hydrogeologische Eigenschaften auf.

Nordrhein-Westfalen ist folgenden hydrogeologischen Großräumen zugeordnet:

  • Großraum 02: Rheinisch-Westfälisches Tiefland
    • Der hydrogeologische Großraum Rheinisch-Westfälisches Tiefland ist im Rheinland gekennzeichnet durch sehr mächtige tertiäre Lockergesteine mit zyklischen Folgen von Sanden, Tonen und Braunkohlenflözen. Diese bilden mehrere Grundwasserstockwerke aus. Sie werden ebenso wie die überlagernden und sehr ergiebigen quartären Terrassenablagerungen intensiv wasserwirtschaftlich genutzt. Der westfälische Bereich (Münsterländer Kreide-Becken) wird durch ergiebige meist sandige kretazische Grundwasserleitergesteine geprägt. Die quartären Grundwasserleiter sind, wo sie in Rinnenfüllungen größere Mächtigkeiten erreichen, von besonderer Bedeutung für die Wasserversorgung.
  • Großraum 05: Mitteldeutsches Bruchschollenland
    • Der hydrogeologische Großraum Mitteldeutsches Bruchschollenland mit Thüringischer und Subherzyner Senke zeichnet sich durch das flächenhafte Vorkommen tektonisch beanspruchter, sedimentärer mesozoischer Einheiten aus. Diese bilden Kluft- bzw. Kluft-Poren- und Kluft-Karst-Grundwasserleiter von mäßiger bis teilweise sehr hoher Ergiebigkeit. In tektonischen Störungszonen werden Kluftgrundwasserleiter mit erhöhter Wasserwegsamkeit beobachtet. Die Grundwasserleiter der Trias im Zentrum des Thüringer Beckens und des Perms am Beckenrand (vor allem Buntsandstein, Muschelkalk und Zechstein) sind für die Wasserversorgung bedeutsam. Salzkissen und Salzsattel sind die Ursache der geogenen Mineralisation des Grundwassers in der Subherzynen Senke.
  • Großraum 08: West- und mitteldeutsches Grundgebirge
    • Der Großraum West- und mitteldeutsches Grundgebirge kennzeichnet das Verbreitungsgebiet paläozoischer sedimentärer und gering metamorpher Gesteine im Rheinischen Schiefergebirge, der Harz-Scholle und der Halle-Wittenberg-Scholle. Hinzu kommen die darauf auflagernden tertiären Vulkanite des Westerwaldes und Rotliegend-Vulkanite auf den letztgenannten Schollen. Der präkambrische Anteil des variszischen Grundgebirges tritt hier in den Metamorphiten des Kyffhäuser-Kristallins zutage. Großräumig betrachtet sind die Kluftgrundwasserleiter des Großraumes von sehr untergeordneter Bedeutung für die Grundwasserförderung.

Informationen und Karten zu allen hydrogeologischen Räumen bei der BGR

Hydrogeologische Großräume NRW

Hydrogeologische Raumgliederung von Deutschland

Projektseite der BGR

Hydrogeologie der Regierungsbezirke

Regierungsbezirk Arnsberg

Dieser Regierungsbezirk umfasst das Sauer- und Siegerland sowie Teile des Bergischen Landes und des Ruhrgebiets. Hier sind die Gesteinsfolgen des Rheinischen Schiefergebirges typisch, also Sedimente des Erdaltertums aus der Karbon- und Devon-Zeit. Sie sind gefaltet und teilweise geschiefert. Die tonigen und schluffigen Festgesteine sind überwiegend grundwasserarm. Kalk- und Sandsteine bilden lokal ergiebige Kluftgrundwasserleiter. In ihnen zirkuliert das Grundwasser in großräumig angelegten unterirdischen Karstsystemen oder auch auf Klüften. Im Ruhrgebiet hat der Steinkohlenbergbau die Grundwasserverhältnisse stark verändert. Um die Gruben zu entwässern, wurde das Grundwasser abgepumpt. Die Schließung der Zechen hat zur Folge, dass das Grubenwasser steigt und sich der Grundwasserhaushalt im Deckgebirge ändert. Die hieraus resultierenden Risiken gilt es frühzeitig zu prognostizieren.

Regierungsbezirk Detmold

Zwei hydrogeologische Einheiten zeichnen diesen Regierungsbezirk aus: im Norden und Osten das Bruchfaltengebiet des Weser- und Osnabrücker Berglandes, im Westen das Münsterländer Kreide-Becken.

Das Weser- und Osnabrücker Bergland ist der Heilgarten Deutschlands. Keine andere Region ist so zahlreich mit Mineral- und Heilquellen gesegnet. Es gibt sulfat-, chlorid- und kohlensäurehaltige Wässer sowie Thermen. Ihr Auftreten ist an geologische Störungen und an stark geklüftete Gesteine gebunden. Salze in tieferen Gesteinsschichten und tertiärzeitlicher Vulkanismus beeinflussen ihre Lösungsinhalte. Die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser ist dagegen nicht einfach: Das Gestein ist zwar geklüftet, aber nicht sehr wasserergiebig. Zudem ist das Grundwasser aufgrund der gelösten Inhaltsstoffe oftmals nicht als Trinkwasser geeignet. Für die Trinkwassergewinnung sind die eiszeitlichen Sande und Kiese in den Flusstälern am wichtigsten.

Im Bereich des Münsterlandes sind offene Karstflächen für die Grundwasserneubildung bedeutend. Wo Mergelkalk- und Kalksteine der tieferen Oberkreide an die Erdoberfläche treten, versickert das Regenwasser und sammelt sich über stauenden Schichten. Das Grundwasser westlich der Linie Paderborn-Bielefeld ist hoch mineralisiert und nicht als Trinkwasser nutzbar. Östlich davon hat das Grundwasser Trinkwasser-Qualität und versorgt die Großräume Bielefeld und Paderborn. Der Emscher-Mergel aus der höheren Oberkreide ist ein Tonmergelstein und spielt für die Trinkwassergewinnung keine Rolle. Lokal gibt es quartäre Sande und Kiese, die viel und oberflächennah Grundwasser führen. Die Grundwasserqualität im Regierungsbezirk Detmold ist allgemein gut.

Regierungsbezirk Münster

Das Münsterländer Kreide-Becken ist reich an Grundwasser. Weit verbreitet sind stark geklüftete Kalkgesteine der Kreide-Zeit sowie Sande und Kiese des quartären Eiszeitalters. Dies sind sehr ergiebige Kluft- und Porengrundwasserleiter. Das Grundwasser aus diesen Schichten wird intensiv als Trinkwasser und industrielles Brauchwasser genutzt. Das Grundwasser im tieferen Untergrund weist einen hohen Anteil gelöster Salze auf. Als wertvolle Sole ist es in Kurbädern sehr geschätzt.

Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln

In beiden Regierungsbezirken sind zwei hydrogeologische Einheiten relevant. Die Niederrheinische Bucht und das Rheinische Schiefergebirge. Das Münsterländer Kreide-Becken wird im Nordosten gestreift.

Die Niederrheinische Bucht ist geologisch betrachtet ein Graben. Seit 40 Millionen Jahren sinkt dieser Bereich ab, auch heute noch. Durch das Absinken wurde die Bucht mit mächtigen Ablagerungen gefüllt: Kies, Sand, Schluff, Ton, Braunkohle – stellenweise 1 200 Meter mächtig. Die Kiese und Sande weisen ein hohes Porenvolumen auf, in dem sich Grundwasser gut bilden und strömen kann. Diese ergiebigen Porengrundwasserleiter werden wasserwirtschaftlich intensiv genutzt. Im Städtedreieck Köln – Mönchengladbach – Aachen finden mit dem Braunkohlenabbau gravierende Eingriffe in den Grundwasserhaushalt statt. Um die Braunkohlenflöze im Tagebau erschließen zu können, wird das Grundwasser großflächig abgepumpt.

Das Rheinische Schiefergebirge besteht überwiegend aus gefalteten und teilweise geschieferten Ton- sowie Schluffsteinen – im rechtsrheinischen Bergischen Land und in der linksrheinischen Eifel. Diese Festgesteine sind meistens grundwasserarm. Im Bereich von Kalk- und Sandsteinen treten lokal ergiebige Karst- und Kluftgrundwasserleiter auf.

In der Nordeifel nimmt die Mechernicher Trias-Senke eine Sonderstellung ein. Hier gibt es mächtige, grundwasserreiche Sandsteine des Erdmittelalters. Der sogenannte Buntsandstein ist ein Mischtyp von Grundwasserleitern, weil das Wasser auf Klüften und im Porenraum zirkuliert.

Im Siebengebirge gibt es das größte Grundwasservorkommen des Landes in vulkanischen Gesteinen. Stark geklüfteter Basalt und porenreicher unverwitterter Trachyttuff bilden hier die Grundwasserleiter.

© Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen – Landesbetrieb –