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Freiliegende Grundwasserfläche im Steinbruch Oese

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Grundwasservorkommen

Das Grundwasser in Nordrhein-Westfalen ist ein Spiegelbild der geologischen Vielfalt des Landes. Es gibt grundwasserreiche Regionen, aber auch grundwasserarme. Auch die Qualität des Grundwassers ist regional sehr unterschiedlich. Die Ursache liegt in den Gesteinen, durch die es strömt. Aufgrund gelöster Inhaltsstoffe ist es nicht immer als Trinkwasser geeignet, hat dafür aber unter Umständen eine heilende Wirkung.

Von Grundwasser sprechen wir, wenn das Wasser die Hohlräume der Gesteine zusammenhängend ausfüllt. Grundwasser ist eine äußerst wertvolle Ressource. Nur wenn Aufbau und Eigenschaften der Gesteinsschichten bekannt sind, können wir sie nachhaltig nutzen und schützen.

Hier ein kurzer Überblick über die geologischen und hydrogeologischen Charakteristika der 5 Regierungsbezirke in NRW mit ihren lokalen Besonderheiten.

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in unseren Gebietsmonografien

Regierungsbezirk Arnsberg

Dieser Regierungsbezirk umfasst das Sauer- und Siegerland sowie Teile des Bergischen Landes und des Ruhrgebiets. Hier sind die Gesteinsfolgen des Rheinischen Schiefergebirges typisch, also Sedimente des Erdaltertums aus der Karbon- und Devon-Zeit. Sie sind gefaltet und teilweise geschiefert. Die tonigen und schluffigen Festgesteine sind überwiegend grundwasserarm. Kalk- und Sandsteine bilden lokal ergiebige Kluftgrundwasserleiter. In ihnen zirkuliert das Grundwasser in großräumig angelegten unterirdischen Karstsystemen oder auch auf Klüften. Im Ruhrgebiet hat der Steinkohlenbergbau die Grundwasserverhältnisse stark verändert. Um die Gruben zu entwässern, wurde das Grundwasser abgepumpt. Die Schließung der Zechen hat zur Folge, dass das Grubenwasser steigt und sich der Grundwasserhaushalt im Deckgebirge ändert. Die hieraus resultierenden Risiken gilt es frühzeitig zu prognostizieren.

Regierungsbezirk Detmold

Zwei hydrogeologische Einheiten zeichnen diesen Regierungsbezirk aus: im Norden und Osten das Bruchfaltengebiet des Weser- und Osnabrücker Berglandes, im Westen das Münsterländer Kreide-Becken.

Das Weser- und Osnabrücker Bergland ist der Heilgarten Deutschlands. Keine andere Region ist so zahlreich mit Mineral- und Heilquellen gesegnet. Es gibt sulfat-, chlorid- und kohlensäurehaltige Wässer sowie Thermen. Ihr Auftreten ist an geologische Störungen und an stark geklüftete Gesteine gebunden. Salze in tieferen Gesteinsschichten und tertiärzeitlicher Vulkanismus beeinflussen ihre Lösungsinhalte. Die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser ist dagegen nicht einfach: Das Gestein ist zwar geklüftet, aber nicht sehr wasserergiebig. Zudem ist das Grundwasser aufgrund der gelösten Inhaltsstoffe oftmals nicht als Trinkwasser geeignet. Für die Trinkwassergewinnung sind die eiszeitlichen Sande und Kiese in den Flusstälern am wichtigsten.

Im Bereich des Münsterlandes sind offene Karstflächen für die Grundwasserneubildung bedeutend. Wo Mergelkalk- und Kalksteine der tieferen Oberkreide an die Erdoberfläche treten, versickert das Regenwasser und sammelt sich über stauenden Schichten. Das Grundwasser westlich der Linie Paderborn-Bielefeld ist hoch mineralisiert und nicht als Trinkwasser nutzbar. Östlich davon hat das Grundwasser Trinkwasser-Qualität und versorgt die Großräume Bielefeld und Paderborn. Der Emscher-Mergel aus der höheren Oberkreide ist ein Tonmergelstein und spielt für die Trinkwassergewinnung keine Rolle. Lokal gibt es quartäre Sande und Kiese, die viel und oberflächennah Grundwasser führen. Die Grundwasserqualität im Regierungsbezirk Detmold ist allgemein gut.

Regierungsbezirk Münster

Das Münsterländer Kreide-Becken ist reich an Grundwasser. Weit verbreitet sind stark geklüftete Kalkgesteine der Kreide-Zeit sowie Sande und Kiese des quartären Eiszeitalters. Dies sind sehr ergiebige Kluft- und Porengrundwasserleiter. Das Grundwasser aus diesen Schichten wird intensiv als Trinkwasser und industrielles Brauchwasser genutzt. Das Grundwasser im tieferen Untergrund weist einen hohen Anteil gelöster Salze auf. Als wertvolle Sole ist es in Kurbädern sehr geschätzt.

Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln

In beiden Regierungsbezirken sind zwei hydrogeologische Einheiten relevant. Die Niederrheinische Bucht und das Rheinische Schiefergebirge. Das Münsterländer Kreide-Becken wird im Nordosten gestreift.

Die Niederrheinische Bucht ist geologisch betrachtet ein Graben. Seit 40 Millionen Jahren sinkt dieser Bereich ab, auch heute noch. Durch das Absinken wurde die Bucht mit mächtigen Ablagerungen gefüllt: Kies, Sand, Schluff, Ton, Braunkohle – stellenweise 1 200 Meter mächtig. Die Kiese und Sande weisen ein hohes Porenvolumen auf, in dem sich Grundwasser gut bilden und strömen kann. Diese ergiebigen Porengrundwasserleiter werden wasserwirtschaftlich intensiv genutzt. Im Städtedreieck Köln – Mönchengladbach – Aachen finden mit dem Braunkohlenabbau gravierende Eingriffe in den Grundwasserhaushalt statt. Um die Braunkohlenflöze im Tagebau erschließen zu können, wird das Grundwasser großflächig abgepumpt.

Das Rheinische Schiefergebirge besteht überwiegend aus gefalteten und teilweise geschieferten Ton- sowie Schluffsteinen – im rechtsrheinischen Bergischen Land und in der linksrheinischen Eifel. Diese Festgesteine sind meistens grundwasserarm. Im Bereich von Kalk- und Sandsteinen treten lokal ergiebige Karst- und Kluftgrundwasserleiter auf.

In der Nordeifel nimmt die Mechernicher Trias-Senke eine Sonderstellung ein. Hier gibt es mächtige, grundwasserreiche Sandsteine des Erdmittelalters. Der sogenannte Buntsandstein ist ein Mischtyp von Grundwasserleitern, weil das Wasser auf Klüften und im Porenraum zirkuliert.

Im Siebengebirge gibt es das größte Grundwasservorkommen des Landes in vulkanischen Gesteinen. Stark geklüfteter Basalt und porenreicher unverwitterter Trachyttuff bilden hier die Grundwasserleiter.

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