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Neoflabellina reticulata

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Fossil des Jahres

2022: Neoflabellina reticulata: Kaum sichtbar und doch sehr bedeutend!

Das Mikrofossil Neoflabellina reticulata wurde zum Fossil des Jahres 2022 gekürt! Warum? Weil dieses winzige, nur unter dem Mikroskop erkennbare Fossil ein unentbehrlicher Biomarker zur Altersdatierung von kreidezeitlichen Meeressedimenten ist. Die berühmten Kreidefelsen von Rügen enthalten zum Beispiel viele dieser Fossilien. Neoflabellina reticulata findet sich nur im jüngsten Abschnitt der Kreidezeit, dem Maastrichtium. Die Art lebte vor 72 bis 66 Millionen Jahren auf dem Meeresgrund der tieferen Schelfmeere. Sie kam weltweit vor und verschwand während des großen Aussterbe-Ereignisses am Ende der Kreidezeit, dem auch die Dinosaurier zum Opfer fielen.

Mikrofossilien: Vielfalt im Kleinen

Neoflabellina reticulata gehört zur Klasse der Foraminiferen, die auch als Kammerlinge bezeichnet werden. Das sind einzellige, gehäusetragende, winzige Lebensformen. Fossil sind etwa 40 000 verschiedene Arten bekannt, heute leben noch etwa 10 000 Arten. Ammoniten, Saurier oder Pflanzenabdrücke sind oft in Ausstellungen zu sehen; ihre Schönheit und wissenschaftliche Bedeutung sind bekannt. Die Mikrofossilien dagegen sind nur selten in Museumsräumen zu Gast. Deshalb wurde in 2022 erstmals ein Mikrofossil zum Fossil des Jahres gewählt.

Zahlreiche Mikrofossilien sind Indikatoren für bestimmte Umweltbedingungen und geben uns Hinweise auf ihre Lebensräume in der grauen geologischen Vergangenheit. Zudem können sie gut in geologischen Bohrungen nachgewiesen werden, was bei großen Fossilien nicht möglich ist. Die wissenschaftliche Bedeutung dieser unscheinbaren Winzlinge ist also sehr hoch. Als biostratigraphische Leitform dienen sie nicht nur der sicheren Altersdatierung von Gesteinsschichten, sondern auch der Rekonstruktion prähistorischer mariner Lebensräume.

Die Paläontologische Gesellschaft mit Sitz in Offenbach/Main vergibt seit 2008 jährlich den Titel „Fossil des Jahres“. Sie möchte damit die Bedeutung fossiler Objekte und deren Erforschung durch die Paläontologie stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

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