NRW

Geologischer Dienst
Nordrhein-Westfalen
– Landesbetrieb –

Wir  |  Presse  |  Service  |  Externer Link: Sie verlassen die Internetseite des Geologischen Dienstes NRW und gelangen zur Facebook-Seite des GD NRW.
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz |  Suche Suche
Startseite > Geologie > Entdecken & Verstehen > Geologie erleben > Bruchhauser Steine >

Inhalt

Blick auf die Bruchhauser Steine

Kontakt

Bruchhauser Steine

Erstarrte Lava im Meer

Imposant ragen die vier riesigen Vulkanfelsen im Herzen des Sauerlandes südlich von Brilon, am Nordwesthang des 727 Meter hohen Istenberges empor: die Bruchhauser Steine. Die Felsformation im Rothaargebirge, die sich vor dem kleinen Fachwerkdorf Bruchhausen erhebt, zieht die Menschen seit jeher in ihren Bann. Geologisch wie landschaftlich sind die Bruchhauser Steine etwas Besonderes. Sie sind das erdgeschichtlich älteste Vorkommen kieselsäurereichen Lavagesteins im Ostsauerland und die einzigen Felsen dieser Art in Westfalen. 2017 wurden die Bruchhauser Steine als erstes Nationales Naturmonument in Nordrhein-Westfalen unter besonderen Schutz gestellt.

Es begann mit einer gewaltigen Explosion

Während der Mitteldevon-Zeit vor 385 Millionen Jahren kommt es auf dem Grund des Devon-Meeres zu einem Vulkanausbruch. Entlang von Schwächezonen in der Erdkruste steigt glutflüssiges Magma aus dem Erdinnern empor. Der Kontakt mit dem kalten Meerwasser führt zu gewaltigen Explosionen. Die durch die Spalten wie durch einen Kamin aufquellende, quarzreiche und zähflüssige Lava erstarrt domartig über den Ausbruchsstellen und vulkanische Aschen bedecken den Meeresboden. Im Laufe der Devon- und Karbon-Zeit vor 380 bis 320 Millionen Jahren überlagern Tone und Sande den abgekühlten Lavadom. Sie verfestigen sich im Laufe der Jahrmillionen zu Gestein. Aus der Lava entsteht der Quarzporphyr mit Feldspaten.

Das Rheinische Schiefergebirge entsteht

Gegen Ende der Karbon-Zeit vor 300 Millionen Jahren werden die Gesteine während der variszischen Gebirgsbildung durch hohen Druck zusammengeschoben, gefaltet und zerbrochen. Verwitterung und Abtragung modellieren in den nachfolgenden Jahrmillionen die heutige Morphologie des Rheinischen Schiefergebirges heraus. Die weicheren Ton- und Sandsteine des Mitteldevons werden stärker erodiert als der harte Quarzporphyr. Reste der Vulkanschlote bilden die heutigen Bruchhauser Steine.

Ravenstein, Bornstein, Goldstein und Feldstein

Am 72 Meter hohen Ravenstein sind heute noch verfestigte Aschen und Bomben des explosiven Vulkanausbruchs zu sehen. Daneben steht der mit 92 Metern Felshöhe imposante Bornstein. Der 60 Meter hohe Goldstein verdankt seinen Namen weißen und goldgelb schimmernden Quarzadern. Man glaubte früher, dass in ihm Gold verborgen wäre. Der Feldstein ist mit seinen 45 Metern der niedrigste der Bruchhauser Steine. Sein Gipfel in 756 Metern Höhe bildet jedoch den höchsten Punkt des Istenberges. Der Feldstein ist als einziger für die Öffentlichkeit zugänglich. Wer den Aufstieg über gesicherte Felsstufen wagt, wird mit einem Rundblick über die Sauerländer Berge bis in das Münsterland belohnt. Bei günstiger Fernsicht ist sogar der Teutoburger Wald zu erkennen.

GD NRW an Ausweisung als erstes Nationales Naturmonument beteiligt

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hat sich mit Unterstützung der Stiftung Bruchhauser Steine und der Stadt Olsberg für die Ausweisung der Bruchhauser Steine als Nationales Naturmonument eingesetzt. Mit der Aufnahme dieser Schutzkategorie in das neue Landesnaturschutzgesetz im Jahr 2016 wurde die Basis für die Ausweisung von Nationalen Naturmonumenten durch das Land Nordrhein-Westfalen geschaffen. An dem Verfahren war der GD NRW mit seinem geowissenschaftlichen Know-how beteiligt.

Die Bruchhauser Steine erkunden

Im Infozentrum Bruchhauser Steine können Sie sich über Geologie, Ökologie und Kulturgeschichte des Istenberges informieren. Von dort startet der etwa 3,5 Kilometer lange Rundweg. Seit Sommer 2021 führt ein Erlebnispfad durch das Naturschutzgebiet. Der Besuch der Bruchhauser Steine ist kostenpflichtig.

Legende zu Geologie erleben

© Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen – Landesbetrieb –