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Vor den Toren Kölns liegt eine beeindruckende Unterwasserlandschaft. Um sie zu erkunden, braucht es weder Schnorchel noch Taucherbrille: Im Trockental Schlade lässt sich ein urzeitliches Riff bestaunen. Ein Spaziergang entlang der Steinbruchwände gibt Einblick in die Entstehung und die unterschiedlichen Zonen des Riffkomplexes. In den aufgeschlossenen Gesteinen zeugen fossile Korallen, Muscheln und Schwämme davon, dass sich das Riff im Küstenbereich eines warmen Meeres bildete – mit einer meerwärts gelegenen Brandungszone, einem zentralen Riffkomplex und landseitigen Lagunen.
Das Gebiet der Schlade befand sich vor 385 Millionen Jahren, während des Mitteldevons, im Küstenbereich eines breiten Meeresarmes südlich des Äquators. Im Zusammenspiel mit tropischem Klima bot das flache, lichtdurchflutete Wasser ideale Bedingungen für das Wachstum von Korallen und anderen riffbildenden und riffbewohnenden Organismen. Es entstand ein Korallenriff ähnlich dem heutigen Great Barrier Reef vor der Küste Australiens.
Mit der Zeit wurden Teile des Riffs, also der Korallenkalk, durch natürliche Verwitterungsprozesse abgetragen. Der Abbau im 19. Jahrhundert legte Teile des Riffs frei. Diese Aufschlüsse finden sich heute an verschiedenen Stellen der Schlade.
Der Kalkstein sorgt für eine weitere Besonderheit: Es gibt kein oberirdisches Gewässer, daher die Bezeichnung Trockental. Grund dafür ist eine tiefreichende Verkarstung der wasserlöslichen Kalkgesteine. So entstand eine formenreiche Karstlandschaft aus Einbruchstrichtern und anderen sehenswerten Hohlformen.
Tauchen Sie in die Unterwasserwelt der Schlade ein. Ein Geopfad mit Infotafeln führt an den einzelnen Stationen vorbei. Riffgesteine und andere Naturdenkmäler, aber auch Kalköfen und Erzgruben zeugen von der erdgeschichtlichen und industriellen Vergangenheit.
51467 Bergisch Gladbach
An der B 506 bei Romaney
N51° 0' 13.0212 E7° 8' 57.7968
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